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Beckstein: Kirchen sollen Volksparteien stützen

Vor der EKD-Synode in Würzburg erklärte Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), die Kirchenmitglieder sollten die großen Volksparteien stärken. (idea-Meldung)

Dass Politiker sich auf kirchlichen Veranstaltungen die Klinke in die Hand geben, gehört seit langem zum gewohnten Bild. Aber selbst wenn man zugesteht, dass darin persönliche Glaubensüberzeugungen zum Ausdruck kommen, muss doch die Selbstverständlichkeit befremden, mit der Politik und kirchliche Interessen vermischt werden.

Die CSU ist hier vielleicht ein Extremfall, aber als Konfessionsloser fragt man sich immer wieder, ob viele Politiker überhaupt mitbekommen haben, dass inzwischen ein Drittel der Deutschen keiner Kirche mehr angehört.

Erstaunen muss die Selbstverständlichkeit, mit der sich Politiker aller Parteien für die Interessen der Kirchen stark machen. Dies wurde erst in jüngster Zeit in der Auseinandersetzung um den Werteunterricht in Berlin demonstriert. Dort konnte die Bundes-SPD kein Verständnis dafür aufbringen, dass die Berliner SPD – in einem mehrheitlich von Konfessionslosen bewohnten Bundesland – die Unverfrorenheit besaß, sich den kirchlichen Wünschen nicht zu beugen.

Den großen Volksparteien wäre zu empfehlen, den (weiter anwachsenden) konfessionslosen Bevölkerungsteil etwas mehr zu berücksichtigen. Andernfalls wird früher oder später die Frage akut werden, ob man noch von "Volks"parteien reden kann.

(René Hartmann, 07.11.2006)