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Gemeinsame Erklärung

Gemeinsame Presseerklärung von IHEU und IBKA

Aus: MIZ 1/90

Anläßlich eines Treffens von Vertretern der Internationalen Humanistisch-Ethischen Union und des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten am 12./13. Mai 1990 in Westberlin wurde die folgende Presseerklärung herausgegeben:

Zu den jüngsten Morden an Säkularisten in der Türkei

Erklärung von Mitgliedern des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten und der American Atheists

Aus: MIZ 3-4/90

Mit großer Betroffenheit haben wir erfahren, daß vor wenigen Tagen Frau Prof. Bahriye Ücok in der Türkei ermordet wurde. Die 71jährige Sozialdemokratin und ehemalige Senatorin war Dozentin und Dekanin an der theologischen Fakultät in Ankara. Ihre Bücher beschäftigten sich kritisch mit der Rolle der Frau im Islam. Prof. Ücok wandte sich gegen eine Islamisierung der Hochschulen in der Türkei und hatte sich noch am 4. Oktober öffentlich gegen einen Gesetzentwurf ausgesprochen, der das Tragen einer Haarbedeckung für Studentinnen vorsah. Prof. Ücok starb in der Universitätsklinik, nachdem ihr eine Paketbombe Arme und Beine zerfetzt hatte. Zu dem Mord bekannte sich die islamisch-fundamentalistische Organisation "Islamische Bewegung".

III. Atheistische Weltkonferenz in Helsinki

Aus: MIZ 2+3/83

Inhalt


Grußadresse an die III. Atheistische Weltkonferenz in Helsinki

Rüstungswahnsinn und Hunger - Umweltzerstörung und leidende Menschen

Die Situation der Welt scheint wenig hoffnungsvoll. Diese Hoffnungslosigkeit verleitet viele Menschen zu einer geistigen Flucht in höhere Regionen, die aber die Wirklichkeit nicht ändert. Die prophetische Vorstellung von einer Welt ohne Krieg, einen ewigen Frieden, in der die Völker ihre Schwerter zu Pflugscharen machen, ist ein Teil der biblischen Weltkultur. Aber Religion kann nur Schmerzen lindern und Trost spenden, durch die Vorstellung von einer besseren Welt. Durch diese Illusion half sie dem Volk, das heißt den arbeitenden, ausgebeuteten und unterdrückten Menschen, die ihnen auferlegten Leiden zu ertragen. Aber die Forderung, die Illusion über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der einer Illusion bedarf.

Atheismus als positive Lebensweise

Lavanams Rede in Helsinki:
Atheismus als positive Lebensweise

Aus: MIZ 2+3/83

Liebe Mit-Atheisten,

Ich bin sehr froh, an der III. Atheistischen Weltkonferenz in Helsinki teilnehmen zu können. Die erste Atheistische Weltkonferenz wurde 1972 unter der geistigen Führung von Gora im ersten Atheistischen Zentrum der Welt, in Vijayawada, Indien, abgehalten, die zweite 1980, ebenfalls in Vijayawada. Ich hatte die Ehre, beide Konferenzen zu organisieren, und es ist für mich eine große Freude, auch 1983 einer der Initiatoren der III. Atheistischen Weltkonferenz zu sein.

Atheismus in Indien

Aus: MIZ 4/80

Mancher, der in MIZ 3/80 den Aufruf zur Zweiten Atheistischen Weltkonferenz in der indischen Stadt Vijayawada gelesen hat, fragte sich vielleicht, was für eine Bedeutung Atheismus in Indien für uns hier in Europa haben kann. Im Bewußtsein auch der meisten Atheisten im Westen dürfte unterschwellig eher die Vorstellung herrschen, daß die bewußte Ablehnung und Überwindung von Gottesglauben in engem Zusammenhang mit der Entwicklung abendländisch-rationalen Denkens steht, wie es sich im Zuge der europäischen gesellschaftlichen Entwicklung herausgebildet hat. Zu einer solchen eurozentrischen Einstellung besteht jedoch durchaus kein Grund. Gerade die Geschichte des indischen Denkens kann lehren, daß Einsichten, auf die wir uns manches zugute halten, von Menschen anderer Völker schon gewonnen wurden, als unsere Vorfahren noch recht denkfaul auf ihren Bärenfällen lagen. Damit soll die Bedeutung der europäischen kulturellen Traditionen für die Gegenwart nicht in Abrede gestellt werden. Aber es wird bei gerechter Betrachtung sicher nötig sein, ihr Gewicht zu relativieren, indem man zunächst einmal ganz sachlich die Leistungen anderer Kulturen zur Kenntnis nimmt (wobei wir immer von der grundsätzlichen Beschränktheit unseres Wissens ausgehen müssen, da wir nur einige Teile schriftlicher Traditionen kennen, während die mündliche Überlieferung für uns überhaupt nicht direkt greifbar ist). Daß es mit einer solchen schlichten Kenntnis fremder Kulturen - von einem Verständnis ganz zu schweigen - noch immer nicht alles gut bestellt ist, läßt sich leider kaum bezweifeln. Unkenntnis aber ist eine wesentliche Voraussetzung für Abwertung; gerade Atheisten, die durch Überwindung religiöser Beschränktheit günstige Voraussetzungen für die Praktizierung eines internationalen Humanismus mitbringen, sollten zu jeder Art von Kulturimperialismus auf deutliche Distanz gehen. Soziale Formen, die der christlichen Mission ähneln, in der der eine schon über die fertige Wahrheit verfügt, während der andere sie bloß anzunehmen braucht, müssen in jedem Fall überwunden werden, wenn man nicht die Politik, die Europa gegenüber den Ländern der Dritten Welt bisher betrieben hat, mit anderen Mitteln fortzusetzen gedenkt.