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Das Kuckucksei

Aus: MIZ 4/93

Eine parlamentarische Diskussion über die Militärseelsorge haben die Bundestagsabgeordneten Wolfgang Lüder (FDP) und Gert Wartenberg (SPD) in Gang gesetzt. Die beiden Abgeordneten, die dem Bundesvorstand des Humanistischen Verbandes Deutschland angehören, setzten sich jetzt in Bonn für eine Ergänzung der Militärseelsorge ein. Auch Nichtchristen in der Bundeswehr sollten danach eine Betreuung erhalten. In Bundestagsanfragen wollen Lüder und Wartenberg erfahren, inwieweit Bereitschaft besteht, die Betreuung nichtgläubiger oder nicht christlich-gläubiger Soldaten durch konfessionsfreie Organisationen zuzulassen und in ähnlichem Umfang wie die konfessionelle Militärseelsorge zu finanzieren. Zudem wollen sie wissen, wie hoch der Anteil der Soldaten ist, die sich zu keiner christlichen Kirche bekennen. (epd-Meldung aus Kinzigtal-Nachrichten vom 20.11.1993)

Anmerkung der MIZ-Redaktion:

Die Aktivitäten des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD), auch hier ein Stück vom "Staatskuchen" abzubekommen, sind für diejenigen Verbände von Humanisten und Konfessionslosen, die sich um eine strikte Trennung von Staat und Kirche bemühen, ein harter Schlag aus den eigenen Reihen. Zum einen wird damit die Rechtmäßigkeit der staatlich finanzierten Militärseelsorge anerkannt, zum anderen dient mensch sich dem Staate an und dessen Haltung zum Militarismus. Denn eines ist dem HVD wohl klar: Der Staat würde niemals eine Betreuung innerhalb der Bundeswehr dulden oder gar finanzieren, - sei es für Konfessionslose, Christen oder Muslime - die für Pazifismus, Desertation oder Abschaffung des Militärs eintritt.