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Miteinander lernen im Religionsunterricht?

Die SPD-Fraktionsbeauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften Kerstin Griese hält gegenüber dem Deutschlandfunk den Religionsunterricht für wichtig, damit Kinder „miteinander und voneinander lernen“.

Da stellt sich doch die Frage, wie dafür ein Unterricht besonders geeignet sein soll, der die Kinder nach Konfessionen trennt? „Miteinander und voneinander lernen“ ist eigentlich nur möglich, wenn Kinder verschiedener Konfessionen gemeinsam über Religionene und Weltanschauungen unterrichtet werden.

Ein solcher Unterricht kann dann logischerweise auch nicht mehr konfessionsgebunden sein. Der Haken dabei: Ein solcher Unterricht rührt an einem Privileg der Kirchen. Und sowas geht aus Sicht kirchennaher Politiker natürlich gar nicht. Also bemüht man lieber jedes noch so unsinnige Argument, um das bestehende System zu verteidigen und versucht mit der Einrichtung eines islamischen Religionsunterrichts die Muslime in dieses System zu integrieren. Wohlgemerkt: Integriert werden sollen die islamischen Organisationen, die Kinder dagegen werden nach „ihrer“ Religion (sprich: der ihrer Eltern) getrennt.

Zeitschrift MIZ zur Bundestagswahl

Mit den religionspolitischen Aussagen in den Wahlprogrammen der Parteien befasst sich die vom IBKA herausgegebene Zeitschrift MIZ in Heft 2/17.

Neben einem Überblickartikel kommen Politiker aus den drei Parteien zu Wort, in denen es (offizielle oder inoffizielle) säkulare Bundesarbeitsgruppen gibt. Weitere Themen sind unter anderem der Mitgliederschwund bei den beiden großen christlichen Kirchen, die Finanzierung des Katholikentages in Münster 2018 sowie das "Netzwerkdurchsetzungsgesetz" und seiner Folgen für Religionskritik in sozialen Netzwerken.

Linke votiert gegen Auflösung der Kirchenstaatsverträge

Aus: IBKA Rundbrief Sommer 2017

In einer zweiten Abstimmung hat der Parteitag der Linken 2017 in Hannover die bereits beschlossene Forderung nach einer Auflösung der Kirchenstaatsverträge wieder zurückgenommen.

Um den aus Sicht des Parteivorstands nicht opportunen Beschluss wieder zurückzuholen wurde mit absurden Behauptungen operiert. So erklärte die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Staatsverträge seien gerade Ausdruck der erwünschten Trennung von Staat und Kirche. Sie seien nicht zu verwechseln mit den staatlichen Leistungen für die Kirchen – eine groteske Falschbehauptung, denn auch und gerade die direkten Zahlungen der Länder an die Kirchen sind in den Konkordaten und Staatskirchenverträgen festgeschrieben.

NRW-Atheisten: Kinder in den Mittelpunkt der Förderung stellen

Pressemitteilung vom 24. April 2017

(Overath) Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) in Nordrhein-Westfalen kritisiert die Beschlüsse der „Alternative für Deutschland“ zur Familienpolitik.

„Die Familienpolitik eines modernen und säkularen Staates muss in erster Linie das Wohl der unter ihrem Schutz lebenden Kinder verwirklichen“, so Rainer Ponitka, Sprecher des IBKA in NRW. „Hierzu gehört die Garantie auf Gesundheitsfürsorge, Bildung und finanzielle Sicherheit – unabhängig davon, ob die unmittelbaren Bezugspersonen homo-, bi-, hetero- oder autosexuell leben wollen.“

Grünen-Papier zu Weltanschauungen, Religionen und Staat

Im Dezember 2013 beschloss der Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen die Einsetzung einer Kommission, die das Verhältnis von Staat, Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften unter die Lupe nehmen und Antworten auf die Frage finden sollte, inwieweit die geltenden Regelungen noch zeitgemäß sind.

Der Abschlussbericht der Kommission liegt nun vor. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften seit den 50er Jahren praktisch unverändert ist, während der Anteil der Menschen, die Mitglied einer Kirche sind, beträchtlich zurückgegangen ist und weiter zurückgeht.

Der Bericht betrachtet zahlreiche Themenfelder, auf denen Reformbedarf gesehen wird und benennt die Probleme recht deutlich. Nicht ganz so konsequent ist er freilich, wo es um die Konsequenzen geht.

Dass Religions- und Weltanschauungsgmeinschaften über den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts privilegiert sind bzw. Privilegien erlangen können, wird nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Aber dass dies immerhin problematisiert und die Privilegierung nicht einfach als selbstverständlich und für alle Zeiten festgeschrieben hingenommen wird, ist schon beachtenswert in einer politischen Landschaft, in der die kirchlichen Privilegien kaum jemals thematisiert werden. Zur Frage des Islam hält der Bericht fest, dass die vier großen muslimischen Verbände (Ditib, Islamrat, Zentralrat der Muslime, Verband der islamischen Kulturzentren) die Voraussetzungen für dessen Erlangung nicht erfüllen.

Beim Thema Schule und Hochschule begnügt sich der Bericht weitgehend mit einer Forderung nach größerer Pluralität. Nichtchristliche Religionen und Weltanschauungen sollen stärker als bisher zum Zuge kommen. Dies ist angesichts der wachsenden religiös-weltanschaulichen Vielfalt sicher gerechtfertigt, doch könnte man sich hier ein stärkeres Bekenntnis zu einer weltanschaulich neutralen Schule wünschen.

Kirche und Grüne – ein zwiespältiges Verhältnis

Aus: IBKA Rundbrief Winter 2012/2013

Mit Winfried Kretschmann (Zentralkomitee der deutschen Katholiken) und Katrin Göring-Eckardt (Synodenpräses der Evangelischen Kirche in Deutschland) sind die großen Kirchen in der Grünen-Spitze gut repräsentiert. Dies ist allerdings nicht unbedingt repräsentativ für die Gesamtpartei.

Piratenpartei für Trennung von Staat und Kirche

Auf ihrem Parteitag am 3. und 4. Dezember in Offenbach hat die Piratenpartei mit deutlicher Mehrheit für eine strikte Trennung von Staat und Religion votiert.

Der Parteitagsbeschluss fordert die Herstellung der weltanschaulichen Neutralität des Staates. Konkret soll die religiöse Alimentierung einzelner Glaubensgemeinschaften abgebaut und der staatliche Kirchensteuereinzug beendet werden.

Kritik an Kauders Forderung nach Mission

Atheisten: Trend zur Säkularisierung anerkennen

Pressemitteilung vom 01.09.2011

René Hartmann, Erster Vorsitzender vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) wendet sich gegen die Forderung von Volker Kauder nach mehr Mission. "Immer weniger Menschen fühlen sich von dogmatischer Religion angesprochen, was in einer zunehmenden Abkehr von den christlichen Kirchen seinen Ausdruck findet. Die CDU sollte diese Entwicklung als Ergebnis weltanschaulicher Selbstbestimmung respektieren."

Ist in der SPD Platz für Laizismus?

Dass sich in der SPD ein Arbeitskreis "Laizistinnen und Laizisten in der SPD" konstituieren will, gefällt nicht allen.

Der Historiker Hans-Ulrich Wehler hält von der Gründung jedenfalls nichts (MDR: Wie hält's die SPD mit der Religion?). Seine Begründung dafür ist reichlich fragwürdig.

Er weist darauf hin, dass die SPD Ende der fünfziger Jahre von ihren laizistischen Positionen abgerückt ist, wovon sie politisch profitiert hätte.

Dieses Umschwenken mag damals vielleicht mitgeholfen haben, neue Wählerschichten zu erschließen. Allerdings war zu dieser Zeit ein viel größerer Teil der Bevölkerung kirchlich orientiert als heute.

Aygül Özkan zurückgepfiffen

Religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates? Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist in der deutschen Politik und ganz besonders in der Union ein Tabuthema, sobald es um konkrete Konsequenzen geht.

Aygül Özkan, die sich gegen Kruzifixe in öffentlichen Schulen ausgesprochen hatte, hat sich schließlich für ihre Aussagen entschuldigt. Damit stand ihrer Vereidigung zur niedersächsischen Sozialministerin nichts mehr im Weg. Vorausgegangen waren dem wütende Angriffe ihrer Unions"freunde".