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Einnahmen und Leistungen der Kirche

Aus: IBKA Rundbrief März 2000

Ende Dezember beklagte Bischof Lehmann mal wieder sinkende Einnahmen und sieht die sozialen Leistungen der Kirche in Gefahr. Darüber berichteten verschiedene Zeitungen am 27.12.99. Lehmann, der sogar den Rückzug aus dem Krankenhauswesen, welches überhaupt nicht von der Kirche finanziert wird, androhte, wird in der Rheinpfalz, Süddeutschen und Stuttgarter Zeitung wie folgt zitiert: "Scharf kritisierte Lehmann Menschen, die aus der Kirche austreten, aber deren Dienstleistungen nutzten. Wenn wohlhabende Bürger aus Steuergründen die Kirche verließen, ihre Kinder aber auf katholische Schulen schickten, halte er das für ‚moralisch ekelhaft‘". IBKA-Mitglied Fritz Köhler schrieb an die Zeitungen die passende Antwort:

Als "moralisch ekelhaft" bezeichnet es Bischof Lehmann, wenn Kinder eine kath. Schule besuchen, deren Eltern keine Kirchensteuer zahlen.

Ich finde es auch "ekelhaft", wenn:

  • ein kath. Bischof von Steuergeldern, also auch von Geldern von Konfessionslosen und Andersgläubigen mtl. zwischen 17000 und 20000 DM kassiert und später neben einem satten Ruhegeld vom Staat auch noch eine 13. Pension einsackt, von der Rentner nur träumen können.
  • scheinheilig verschwiegen wird, dass kirchliche Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Altersheime zwischen 80 und 100 % aus öffentlichen Steuermitteln bzw. von den Nutzern finanziert werden.
  • die reichste Kirche der Welt einen zweistelligen Millionenbetrag für einen Kirchentag ausgibt; den SAT 1-Pfarrer mit 3,2 Millionen sponsert; 75 Millionen DM für ein Versammlungshaus und drei Millionen DM für eine "Öffentlichkeitsinitiative" ausgibt und dann auch noch jammert, sie habe kein Geld.
  • wenn die beiden Großkirchen neben der Kirchensteuer noch etwa 15 Milliarden DM vom Staat einstreichen und auch noch wegen der Säkularisation von 1803 vom Land zweistellige Millionenbeträge einheimsen, die denen gar nicht mehr zustehen!

Man sollte das kirchliche Lamentieren nicht so ernst nehmen, denn bei der reichsten Kirche der Welt gehört Klappern schon immer zum Handwerk.