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Es sagte ...

Aus: IBKA Rundbrief März 2000

...einer der prominentesten Hamburger SPD-Politiker, der frühere Bundesfinanz- und Verteidigungsminister (1974 - 1982) Hans Apel und seine Frau Ingrid beim enttäuschten Austritt aus der Kirche:

"Besonders peinlich hat uns die Neigung der Nordelbischen Kirche berührt, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen." "Wir gehen jetzt sonntags in Hamburg zu Gottesdiensten der Freikirchen, um zu sehen, ob wir dort eine religiöse Heimat finden können. Für uns beide wird es nicht einfach sein." "Die kirchliche Segnung von Pastor Jarchow und seines Weggefährten ist dafür nur ein letzter Beleg. Bis heute haben wir vergeblich auf eine Stellungnahme der Kirche gewartet. Das Maß ist voll. Meine Frau und ich treten aus." (Hamburger Abendblatt, 4.11.99)

Leider wieder ein Konfessionsloser mehr ohne Ambitionen auf IBKA-Mitgliedschaft.

... der Bevollmächtigte Hessens beim Bund, Staatssekretär Johannes Beermann (CDU):

"Gebt den Kirchen mehr Geld! Sie gehen am vernünftigsten damit um." (idea-online, 5.10.99)

Dies sieht man zur Zeit beim Caritas-Skandal in Trier.

... das Mitglied der SPD-Grundwertekommission, Johanno Strasser:

Die "Privilegierung" der Kirchen sei nicht länger haltbar. So sei es nicht akzeptabel, dass in den Schulen der neuen Bundesländer Religion Pflichtfach sein müsse, obwohl nur eine Minderheit den Kirchen angehöre. (idea-online, 5.10.99)

... der frühere deutsche Kanzler Helmut Kohl zur Rolle der Kirchen während der Tage der Wiedervereinigung:

Das Verhalten der Kirchen sei "eine der ganz großen Enttäuschungen meines Lebens" gewesen. Die Kirchen seien nicht einmal in der Lage gewesen, zum Tag der Deutschen Einheit einen gemeinsamen Aufruf zu formulieren. "Ich hätte erwartet, dass sie die Glocken läuten, Gott danken für das Geschenk der deutschen Einheit in Frieden und Freiheit. Ich schäme mich noch heute für viele, die dieses erbärmliche Schweigen zu verantworten hatten." (ARD/ZDF-Videotext, 5.11.99)

Skandalös an Kohls Kirchenkritik ist dessen Vorstellungen von Kirche als vaterländischem Jubelchor.

... führende orthodoxe Rabbiner in Israel:

Das Internet stelle "eine schreckliche Gefahr" dar. Das Web führe Menschen in Versuchung und Sünde. Es bringe sie in Gefahr, ihren Trieben nachzugeben und "scheußliche Dinge" zu tun. Surfen sei "tausend Mal gefährlicher als fernsehen". (heise.de, 7.1.00)

... der Kölner Sänger und Schauspieler Gerd Köster zu den Protesten der Kirchen wegen der Ausstellung "Körperwelten", bei der plastinierte Leichen ausgestellt werden:

"Wenn sich die katholische Kirche so sehr über die Ausstellung aufregt, werde ich auf jeden Fall hingehen. Denn dann muss das was sehr Interessantes sein."

Und Publizist Martin Stankowski hält die ganze Diskussion deshalb für verlogen, weil sich im Dom Reliquienschränke befinden, über und über voll mit menschlichen Körperteilen. Und daran hätte noch niemand Anstoß genommen. (Frankfurter Rundschau, 25.1.00)

... der Vatikan, der anlässlich eines Welttreffens der Homosexuellen im Juni in Rom "äußerst besorgt" ist:

"Jede Äußerung des Papstes zur Sexualmoral und zur Verteidigung der Familie wird von Homosexuellen-Gruppen stets öffentlich kritisiert." (Frankfurter Neue Presse, 29.1.00)

Und solche Proteste möchte er im Heiligen Jahr natürlich nicht direkt vor seinem Fenster haben.

... Papst Johannes Paul II. zu den deutschen Bischöfen, die in Sachen Schein nicht so wollten, wie er wollte:

Ihr wisst, wie sehr mir Rat und Hilfe für Schwangere am Herzen liegen." (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.99)

Und deshalb will er sich aus der staatlichen Beratung heraushalten: ein weiser Entschluss.

... der Heidelberger Religionspädagoge Dieter Fauth:

In der weitgehend entkirchlichten Gesellschaft dürfe sich der Staat auch inhaltlich für den Religionsunterricht verantwortlich fühlen. Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER) sei eine ernsthafte Möglichkeit, Schülern heute noch Religion nahe zu bringen. (Berliner Morgenpost, 9.12.99)

... Monika Griefahn (MdB SPD) zum Gottesbezug im Grundgesetz:

Der Rückgriff darauf sei "nicht angemessen und heuchlerisch".

... Eckhardt Barthel (MdB SPD) zum gleichen Thema:

Gott solle nicht "in einer Verfassung stehen, die für alle Bürger geschrieben wurde".

... der Grünen-Abgeordnete Cem Özdemir dazu:

Der Gottesbezug im Grundgesetz kann zu Intoleranz und Ausgrenzung führen. (ARD/ZDF-Videotext, 8.12.99)

... eine Mutter (29) aus Manchester, die glaubt, dass ihr Jesus Christus in der Folienverpackung einer Rindfleischpastete erschienen ist (im Boden der Packung ist demnach das Antlitz Jesu zu sehen):

"Ich bin nicht religiös, aber das könnte eine Botschaft für mich sein, dass ich wieder zur Kirche gehen soll. Es muss ein Zeichen von oben sein."

Die Herstellerfirma des Fleischgerichts hatte eine andere Interpretation parat: "Unsere Pasteten sind sehr gefragt. Möglicherweise handelt es sich um ein Zeichen allerhöchster Wertschätzung." (dpa, 14.1.00)