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Hinhaltetaktik nach Urteil

Aus: IBKA Rundbrief Mai 2001

Hinhalten lautet das Motto der Berliner Schulverwaltung, um islamischen Religionsunterricht zu verhindern bzw. auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben. Schon zum zweiten Mal lehnte sie die Rahmenpläne der Islamischen Föderation ab, die Begründung bleibt immer die gleiche: Die Föderation berücksichtige weder die Gleichstellung der Geschlechter noch die freie Meinungsäußerung andersgläubiger Kinder.

Im Februar letzten Jahres schuf das Bundesverwaltungsgericht Fakten, indem es die Islamische Föderation als Religionsgemeinschaft anerkannte. Die Föderation ist aber mit der islamistischen, anti-laizistischen Organisation Milli Görus verbunden, die eine dogmatische, türkisch-sunnitische Religionsauffassung vertritt. Sowohl der Türkische Bund Berlin-Brandenburg als auch das Kulturzentrum Anatolischer Aleviten haben gegen den Einzug der Islamischen Föderation ins Klassenzimmer protestiert.

Ein Vorschlag der Berliner Politik ist besonders lächerlich und zeigt deren Hilflosigkeit: Es wurde ernsthaft angeregt, die unterschiedlichen islamischen Verbände mögen sich doch bitte zu einem Dachverband zusammenschließen. Dann könnten sie auch gemeinsam Religionsunterricht erteilen.

Auf die charmante Idee, diese staatlich verordnete Ökumene auch von der römisch-katholischen Kirche, den evangelischen Kirchen und anderen christlichen Religionsgemeinschaften zu fordern, ist man allerdings noch nicht gekommen...