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Militärseelsorge: Im Osten nichts Neues?

Aus: IBKA Rundbrief Dezember 2001

Im innerkirchlichen Streit um die Militärseelsorge scheinen die ostdeutschen Kirchen vom Westen weichgekocht worden zu sein.

Auf der EKD-Synode Anfang November in Amberg meldete man weitgehende Einigkeit über die Organisation der Militärseelsorge. Die Mehrheit der Synodalen ist offenbar bereit, dem Vorschlag von EKD-Ratsmitglied Eckardt von Vietinghoff zu folgen und die Seelsorge für Soldaten der Bundeswehr bis zum Jahr 2004 zu verein-heitlichen - auf dem für die Kirchen ein-träglichen West-Niveau natürlich.

Die ostdeutschen Landeskirchen hatten den Militärseelsorgevertrag von 1957 abgelehnt, weil ihm zufolge Militärpfarrer Staatsbeamte sind. Diese enge Verflechtung mit dem Staat wollte man nicht. 1996 schlossen deshalb die Bundesregierung und die EKD eine Rahmenvereinbarung, wonach die ostdeutschen Seelsorger Kirchenbeamte sind; diese Regelung läuft Ende 2003 aus.

Vietinghoff betonte, die Übernahme des West-Modells sei keine Niederlage für den Osten - ostdeutsche Erfahrungen seien in den Empfehlungen zur Militärseelsorge berücksichtigt. Auch einstige Skeptiker wie der Berliner Bischof Wolfgang Huber und der sächsische Landesbischof Volker Kreß signalisierten Zustimmung - der Militärseelsorgevertrag garantiere der Kirche ein Maximum an Freiheit