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Erwin-Fischer-Preis 2004 für James Randi

Aus: IBKA Rundbrief Dezember 2003

Am 25. September 2004 wird zum vierten Mal, nach 2000 für Ursula und Johannes Neumann, 2001 für Karlheinz Desch­ner und 2002 für Taslima Nasrin, der Erwin-Fischer-Preis verliehen - dies­mal an den Illusionisten ("Zauberer") James Randi.

James Randi wird im September Gast des IBKA sein und den Erwin-Fischer-Preis im Rahmen einer Festveranstaltung, welche in eine Tagung zum skeptischen Denken in Köln eingebettet ist, per­sönlich entgegen nehmen.

James "The Amazing" Randi hat eine internatio­nale Reputation als Illusio­nist und Entfesslungs­künstler. Er ist jedoch auch als rastloser Ent­decker und Entmystifizie­rer in Bezug auf para­normale und pseudo­wissenschaftliche Behaup­tungen bekannt und hat dies in zahlreichen Bü­chern und Veranstaltungen (z. T. auf DVD erhältlich) vertreten (www.randi.org).

Manche werden sich noch an spek­takuläre TV-Auftritte des "Magiers" Uri Geller erinnern, der bereits in den sieb­ziger Jahren vorgab, auf übernatürliche Weise Gabeln oder Löffel verbiegen zu können - anscheinend ohne diese über­haupt zu berühren! Diese Performance wurde von dem professionellen Illusio­nisten Randi als bloßer optischer Trick entlarvt und entsprechend nachgeahmt. Dies hinderte die ARD nicht, am 17.11.2003 um 21.45 Uhr in einer neuen weitgehend unkritischen Sendereihe "Di­mension PSI" den noch heute prosperie­renden und von einer gläubigen Fan-Gemeinde verehrten "Magier" Uri Geller erneut zu präsentieren.

Randi veranstaltet so genannte "Lectures". Dies sind keine üblichen Zauber­shows, aber sehr unterhaltende und auf­klärende Veranstaltungen voller "Magie" - der Magie des vernünftigen Verstehens, wie die reale Welt funktioniert. Die Bei­spiele knüpfen direkt an Alltagserfah­rungen des Pub­likums an. Ebenso vermag Randi es aber auch, die ver­meintlich sen­sationellen in­vasiven Opera­tionen philip­pinischer Wun­derheiler am unbetäubten menschlichen Körper selbst vorzuführen.

1996 gründete James Randi eine Educational Foundation (www.randi.org/jref/). Sie soll u.a. den skeptischen wissen­schaftlichen Nachwuchs durch Schulungen und Preise fördern, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Konsequenzen unkritischer Annahme übernatürlicher Phä­nomene auf­zeigen, die wissenschaftliche Methode gegenüber paranormalen Behauptungen zur Geltung bringen und Irrationalismus­kritikern, wel­che ja die bekanntlich ein­träglichen Ge­schäfte stören könnten, Rechtsbeihilfe gegen Zensurangriffe von Esoterikern gewähren.

Um für ihre Ziele öffentliche Aufmerk­samkeit zu gewinnen, hat die James Randi Educational Foundation ein Preisgeld von 1.000.000 Dollar für den Fall ausgesetzt, dass es den Behauptern paranormaler, übernatürlicher oder okkulter Phänomene gelänge, ihre Ansprüche auf "Macht" oder "Ereignis" unter wissenschaftlichen Test­bedingungen luzide zu beweisen. Diese Herausforderung wurde bislang entweder nicht angenommen oder dem öffentlichen Bekenntnis einiger Esoteriker, sich dem stellen zu wollen, dann doch nicht Folge geleistet. Einige Wünschelrutengänger ha­ben bereits bei den Vorgesprächen - über für beide Seiten verbindliche seriöse Test­bedingungen - aufgegeben. Über das Stadium der Vortests ist bislang kein Eso­teriker hinaus gekommen.

Ein Blick in Buch­handlungen zeigt, dass der Markt für Irra­tionalismus ("Eso­terik") weiter rasch an­wächst. Umso wich­tiger ist es also, Auf­klärung und Irratio­nalismuskritik zu för­dern. Für die "Förde­rung vernunftgeleite­ten Denkens" - eines der im Vereinszweck benannten Ziele - verleiht der IBKA e.V. den Erwin-Fischer-Preis 2004 an James Randi.

Die öffentliche Festveranstal­tung wird am Samstag, den 25. September 2004, 20.00 Uhr, im Saal ,Barce­lona' der Jugendherberge Köln-Deutz, Siegesstr. 5, statt­finden.

Veröffentlichungen von James Randi in deutscher Sprache:

Lexikon der übersinnlichen Phänome­ne. Broschiert - 399 Seiten - Heyne. September 2001, ISBN: 3453188489

Veröffentlichungen von James Randi in englischer Sprache:

The Faith Healers. The paperback edition, 1989, by Prometheus. A hard-hitting exposure of the methods used by evangelists who claim to heal by divine touch.

The Mask of Nostradamus. The hard­cover edition by Charles Scribner's, 1990. Biographical study of the legendary 16th-century seer who turns out to be a Renaissance con-man with secrets of his own that are revealed here.

An Encyclopedia of Claims, Frauds, and Hoaxes of the Occult and Super­natural. The hardcover 1995 edition by St. Martin's Press, New York. This is a com­prehensive treatment of definitions, origin and terminology used by the occultists, parapsychologists and psychics, done from the sceptical point of view.

Conjuring. The St. Martin's Press 1992 hardcover edition. A comprehensive (320-page) historical, biographical treatment of conjuring and conjurors.

The Truth About Uri Geller. The paperback 1982 edition by Prometheus Books. The first in-depth critical exami­nation of the claims made by and for a conjuror who professed genuine psychic abilities and even convinced a few scien­tists that such powers existed.

Flim-Flam! Psychics, ESP, Unicorns, and other Delusions. Paperback edition by Prometheus, 1982. A general examination of everything in the "paranormal" spec­trum from ESP to UFOs.

Der Laudator: Amardeo Sarma

Die Laudatio auf James Randi hält Armado Sarma. Der 1955 in Kassel ge­borene Diplom-Ingenieur der Elektro­technik studierte am Indian Institut of Technology, Delhi, und an der Techni­schen Hochschule Darmstadt. Sein beruf­licher Schwerpunkt liegt in der Tele­kommunikation, Internet Mobility und Software Engineering.

Amardeo Sarma ist Gründungsmitglied der GWUP (Gesellschaft zur wissen­schaftlichen Untersuchung von Parawis­senschaften e.V., ) und dort als Geschäftsführer tätig. Zu seinen Schwerpunkten in der GWUP zählen: Methodik bei Untersuchungen, Turiner Grabtuch, Erdstrahlen und Wünschelruten, Ho­möopathie. Außer­dem ist Sarma Mitglied des Exe­kutivkomitees von CSICOP (Commit­tee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal) und Vorsitzender von ECSO (European Council of Skeptical Organisations, http://www.ecso.org/ ).