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Tätigkeitsbericht des IBKA September 2010 – September 2011

Mitgliederzahlen erneut gesteigert

Mit den zur Mitgliederversammlung im September 2011 vorgelegten Zahlen kann sich der IBKA erneut über einen Zuwachs freuen. 966 Mitglieder unterstützen mit einer Mitgliedschaft unsere Ziele.

IBKA-Preis „Sapio“

Der IBKA hat Oswalt Kolle in 2011 den IBKA-Preis „Sapio“ verliehen, um seinen unermüdlichen Einsatz für die sexuelle Selbstbestimmung zu würdigen. Leider konnte Oswalt Kolle den Preis nicht mehr persönlich entgegennehmen und verstarb kurz nach dem geplanten Termin der Preisverleihung. Pressemitteilung zum Tod von Oswalt Kolle

Beirat

Die Mitgliederversammlung 2010 nahm Arzu Toker in den Beirat des IBKA auf. Arzu Toker, geb. 1952 in Halfeti, Ostanatolien/Türkei, lebt seit 1974 in Deutschland. Sie arbeitet als Sozialpädagogin, freiberufliche Autorin, politische Journalistin und Übersetzerin. Von 1985 bis 1997 ist sie Mitglied im WDR Rundfunkrat. Seit 2001 arbeitet Arzu Toker außerdem als freiberufliche Moderatorin. Sie ist spezialisiert auf die Beratung interkultureller Teams und bildet Mediatoren aus. Arzu Toker hat zwei erwachsene Kinder und lebt und arbeitet meistens in Köln. Texte von Arzu Toker

Das Beiratsmitglied Franz Buggle verstarb am 12.01.2011.

Das Beiratsmitglied Gerd Eggers verstarb am 12.03.2011.

MIZ

Der IBKA gibt die Zeitschrift Materialien und Informationen zur Zeit (MIZ) heraus, die viermal im Jahr erscheint.

Auf Initiative des Landesverbandes NRW wurde die MIZ 3/10 an alle Abgeordneten des neu gewählten Landestages verschickt. Die MIZ hatte den Schwerpunkt „Die Kirchen und unser Geld – Kirchenfinanzen in Zeiten von Sparhaushalten“.

Kirchensteuer und Kirchenaustritt

Am 11.11.2010 wurde vom IBKA mit Unterstützung weiterer säkularer Organisationen das „Kirchenaustrittsjahr“ ausgerufen. Unter dem Motto „Mehr Netto, mehr Freiheit, mehr Solidarität!“ wird darüber aufgeklärt, wie klein der Anteil der Kirchensteuer ist, der tatsächlich in soziale Zwecke fließt. Ziel der einjährigen Kampagne ist es zu verdeutlichen, dass Menschen, die aus der Kirche austreten, keineswegs Trittbrettfahrer im Sozialstaat sind.

Gleichzeitig mit dem Beginn der Kampagne zum Kirchenaustritt wurde die Website kirchensteuer.de im modernen Design und aktuellen Informationen neu gestartet, um interessierten Journalisten und Bürgern wertvolle Informationen über die Erhebung und Verwendung der Kirchensteuer bieten. Herzstück der Seite ist dabei eine umfangreiche Liste mit Fragen und Antworten zur Kirchensteuer. Zu finden sind aber auch zahlreiche Artikel zur Thematik sowie Übersichten zu zentralen Kirchensteuerthemen.

Begleitend zur Kirchenaustrittskampagne hielt auf Einladung des Landesverbandes NRW Carsten Frerk am 29.11.2010 in Bochum einen Vortrag zum Violettbuch Kirchenfinanzen.

Im Rahmen des Jahrs des Kirchenaustritts startete der IBKA zusammen mit anderen säkularen Organisationen im März 2011 eine Anzeigenkampagne mit dem Ziel zu zeigen, dass ein Kirchenaustritt sich für alle lohnt. Für die Finanzierung der Kampagne werden sehr erfolgreich Spenden über das Internet eingeworben.

Am 21. April 2011 gab es einen kollektiven Kirchenaustritt in Mainz. Pressesprecher Rainer Ponitka erklärte dazu: "Wir freuen uns, dass sich immer mehr Menschen dazu entschließen die Kirche zu verlassen. Die Kirchen tragen letztlich nur wenig zum Gemeinwohl bei und sie vertreten Positionen, die nicht zu einer offenen und demokratischen Gesellschaft passen".

Papstbesuch

Im Dezember 2010 war bekannt geworden, dass deutsche Politiker vorhaben, den Papst zu einer Rede im Bundestag einzuladen. Die geplante Rede stellt aus Sicht des IBKA eine eklatante Bevorzugung der katholischen Kirche gegenüber anderen Religionsgemeinschaften dar. Obendrein werde damit eine Organisation hofiert, in der Werte wie Demokratie und Gleichberechtigung der Frau keinen Platz hätten, erklärt der IBKA in einer Pressemitteilung am 21.12.2010.

IBKA-Pressesprecher Rainer Ponitka gab der Berliner Magazinsendung „Radio Magic City Six“ ein Interview zum Thema Papstbesuch. Es wurde am 29.06.2011 über Alex Berlin ausgestrahlt.

Im September 2011 besuchte der Papst Berlin. Begrüßt wurde er u. a. im Rahmen der Kirchenaustrittskampagne mit Großplakaten. Das mit Spenden finanzierte Plakat mit einem Motiv von Jacques Tilly zeigt, wie ein Kleriker sich mit Geldsäcken auf die Arche Noah gerettet hat, während hilfesuchende Menschen in den Fluten untergehen.

Der Regionalverband Berlin-Brandenburg nahm am 22. September 2011 an der Anti-Papst-Demonstration in Berlin teil.

Schule

Im IBKA befasst sich die AG Schule mit kirchlicher Einflussnahme auf die Schule und berät konfessionslose Schüler, Eltern und Lehrer.

Der IBKA NRW stellte im Dezember 2010 in seinem Internet-Angebot einen Fragebogen für Eltern zur Verfügung, mit dem sie die Wahrung der Religionsfreiheit ihrer Kinder bei Schulleitungen erfragen können.

Die Zeitschrift diesseits veröffentlichte in ihrer Ausgabe 94 1/2011, S. 15 eine Contra-Stellungnahme von Vorstandmitglied Rudolf Ladwig zur der redaktionell gestellten Frage „Ist Humanistische Lebenskunde Bekenntnisunterricht?“ Dies geschah im Kontext einer im HVD stattfindenden Selbstverständnisdebatte, sich stärker als bisher als „Bekenntnisgemeinschaft“ zu definieren.

Mit einer Pressemitteilung vom 03.02.2011 macht der IBKA NRW auf die Problematiken der Bekenntnisschulen in staatlicher Trägerschaft aufmerksam, eine Besonderheit in NRW. Er knüpft Kontakte zur Initiative „Kurze Beine – kurze Wege“.

Im Mai 2011 gab der IBKA NRW auf entsprechende Anfragen des Bundesverfassungsgerichts Stellungsnahmen zu zwei Verfassungsbeschwerden ab, die das Tragen des Kopftuches thematisieren.

Als schweren Rückschlag für die Trennung von Staat und Kirche betrachten wir, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Kruzifixe in Klassensälen für zulässig erklärt hat. In einer Pressemitteilung vom 21.03.2011 bekräftige der IBKA seine Kritik am Schulkreuz.

Am 10.08.2011 rät die AG Schule in einer Pressemitteilung Eltern, Erstklässler vom konfessionellen Religionsunterricht abzumelden. Er widerspricht damit einem Aufruf des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst.

Weitere Aktivitäten

Der IBKA begrüßte in der Pressemitteilung „Kirchliches Sonderarbeitsrecht beenden“ vom 27.09.2010 ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und fordert Konsequenzen für das deutsche Arbeitsrecht.

Mit der Pressemitteilung „Verpflichtung auf christliches Menschenbild nicht akzeptabel“ vom 18.10.2010 reagierte der IBKA auf Äußerungen der Kanzlerin Angela Merkel, die sich durch eine „schleichende“ Säkularisierung beunruhigt fühlte.

Am 17. November 2010 nahm der Erste Vorsitzende René Hartmann an der Universität Mainz mit einem Vortrag an einer Ringvorlesung zum Thema „Politik und Religion – (un)vereinbar“ teil. Er referierte über das Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland aus laizistischer Sicht.

Das Kulturmagazin für Sachsen, Thüringen & Sachsen-Anhalt, md-regio, veröffentlichte in der Ausgabe 12/2010 auf den Seiten 44/45 ein ausführliches Interview mit Vorstandsmitglied Rudolf Ladwig über Feste, Feiertage, Rituale und staatskirchenrechtliche Privilegien.

Im März 2011 war ein Referent der SPD-Laizisten beim Koordinationsausschuss des IBKA zu Gast. Der Koordinationsausschuss informierte sich über den Fortschritt der Bestrebungen um einen anerkannten Arbeitskreis bei der SPD.

Mitte März 2011 haben die Zeugen Jehovas beim Verwaltungsgericht Stuttgart eine Klage gegen das Land Baden-Württemberg erhoben, um auch dort ihre Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts zu erreichen. In einer Pressemitteilung vom 24.03.11 kritisiert in diesem Zusammenhang das Staat-Kirche-System in Deutschland und fordert den Körperschaftsstatus für Religionsgemeinschaften zu beenden.

Am 22.04.2011 – Karfreitag – fand zum 4. Mal im Kölner Filmhaus die Religionsfreie Zone des IBKA NRW statt. Ziel der Veranstaltungsreihe ist, der Forderung nach der Abschaffung des besonderen Schutzes der „stillen“ Feiertage Nachdruck zu verleihen.

In einer Pressemitteilung vom 03.05.2011 kritisierte der IBKA die Antwortmöglichkeiten auf dem Fragebogen des Zensus 2011 bezüglich Religion und Weltanschauung.

Am 7. Mai 2011 lud der Regionalverband Niedersachsen in Braunschweigs Innenstadt an einem Infostand zu Diskussionen ein.

Nach der formellen Landesversammlung traf sich der IBKA NRW in Köln ebenfalls im Mai 2011 zum wiederholten Mal zu einem Sommerfest. Durch die Lesung Heinz-Werner Kubitzas aus seinem aktuellen Buch „Der Jesuswahn“ und das literarische Kabarett Theodor Weißenborns unter dem Titel „Kopf ab zum Gebet“ wurden religionskritische und politische Konzepte im zwanglosen Rahmen nahegebracht.

Der IBKA ist Mitglied der Atheist Alliance International (AAI). Am 3. Juni 2011 wurde der Erste Vorsitzende René Hartmann in das neue Board der AAI gewählt. Diese hatte sich zuvor in eine US-nationale und eine internationale Organisation aufgeteilt.

Die „Religionsfreien im Revier“, eine Ruhrgebietsinitiative mit IBKA-Beteiligung nahm im Juli 2011 am Alternativen Medienfestival in Bochum mit einem Infostand teil. Außerdem errichtete sie ihren Stand in Dortmund parallel zum Kongress der Zeugen Jehovas. Letzteres allerdings ungeplant, aber dadurch mit interessantem Publikum.

Der CSU-Politiker Thomas Goppel leugnete in Zusammenhang mit den norwegischen Attentaten die Möglichkeit eines christlichen Fundamentalismus. Dem widersprach der IBKA mit einer Pressemitteilung am 29.07.2011.

Am 20.08.2011 war der Regionalverband Berlin-Brandenburg mit einem Infostand auf dem Kiez-Straßenfest „Suppe und Mucke“ aktiv.

Aktivitäten korporativer Mitglieder

Über das ganze Jahr verteilt sendet der Bund für Geistesfreiheit (bfg) München im Freien Radio LoRa 20 einstündige Live-Sendungen zu Themen wie Trennung von Staat und Kirche.

In München nahm das „Gottlos Glücklich“-Laufteam im September 2010 in entsprechenden T-Shirts am „Run for Life“ teil.

Das Libertäre Forum Aschaffenburg wirkte im Oktober 2010 mit beim Seminar des DFG-VK zu „Islam und Islamismus“.

In der Galerie 84ghz verlieh der Bund für Geistesfreiheit München im Dezember 2010 den Kunstpreis Blasphemie „Der freche Mario“. Der erste Preis geht an einen Ausschnitt aus dem Kurzzeichentrickfilm „Judas und Jesus“.

Am 12. Februar 2011 (Evolutionstag zu Ehren Charles Darwins) zeigte der bfg München im Maxim Programmkino den Film „Wer den Wind sät“.

Am 22. April 2011 (Karfreitag) fand in München zeitgleich mit der Veranstaltung des IBKA NRW (s. o.) wieder eine Religionsfreie Zone mit Schokobuffet und Freigeister-Filmen im Maxim Programmkino statt.

Der bfg München lud im Juli 2011 zu Vortrag und Diskussion mit Michael Schmidt-Salomon und Lea Salomon über ihr neues Buch „Leibniz war kein Butterkeks“.

Im September 2011 richtete der bfg München ein „Kirchenaustrittsbüro“ auf dem Corso Leopold beim Streetlife München ein.

Erstellt auf Basis der Berichte zur IBKA-Mitgliederversammlung 23.–25. September 2011.