Kardinal Höffner beschäftigte sich unterdessen mit der Definition des "christlichen Unternehmerbildes". Damit Unternehmer dem Allgemeinwohl verpflichtet sein könnten, bedurften sie eines rentablen Betriebs, der mit Gewinn arbeite. Höffner begrüßte ausdrücklich den aus "unternehmerischer Initiative entstehenden Pioniergewinn, falls dieser Gewinn in volkswirtschaftlich sinnvoller Weise angelegt wird". Das Unternehmen sei ein "Verbund freier Menschen", in dem nicht Mitbestimmungsrechte wichtig seien, sondern "das persönliche Verhältnis zwischen den Leitern des Unternehmens und den Arbeitnehmern".(Katholische Nachrichten Agentur 13.1.1987, Die Weit, 12.12.1986.)
In Dieburg hieß es, das Publikum wolle mehr unterhaltsam Stücke; in Ottobrunn dagegen argumentierte der Pfarrer theologisch: Hochhuths Drama sei Lüge; da aber der Teufel der Vater der Lüge sei, würde man mit der Aufführung des Stücks den Teufel ins kirchlich gesegnete Bürgerhaus einlassen. Die CSU folgte zwar nicht dieser Argumentation, wohl aber dem Begehren in der Sache, während sich die SPD mit ihrer Warnung davor, "nur noch Stücke zu spielen, die vom Pfarrgemeinderat genehmigt sind", nicht durchsetzen konnte. (Frankfurter Rundschau, 28.11.1986, Süddeutsche Zeitung, 3.2.1987.)
Deutsche Demokratische Republik
Dieser Versuch, eine juristische Grundsatzfrage politisch zu lösen, kann nichts Gutes bedeuten. Die Regierung wird sich eher an der christlichen Bevölkerungsmehrheit als an Grundrechten von Minderheiten orientieren. Vermutlich hätte das Bundesgericht dem freidenkerischen Lehrer, der diesen Rechtsstreit herbeigeführt hatte, Recht geben müssen.