(1034) Stuttgart. Erst nach der Anklageerhebung hat der Stuttgarter Caritasverband die
Öffentlichkeit über das Ausmaß der Betrügereien seiner drei (früheren) Spitzenmanager informiert, die bereits seit April 1987
in Untersuchungshaft sitzen. Der Geschäftsführer wird beschuldigt, 3,3 Mio DM veruntreut zu haben. Um weitere 1,4 Mio DM hat
der frühere Vorstandsvorsitzende, ein Prälat, Caritas und öffentliche Hand geschädigt, und Veruntreuung von 260.000 DM wird dem
1986 fristlos entlassenen Stuttgarter Caritas-Direktor zur Last gelegt. Aus den KNA-Meldungen geht hervor, daß die interne
Kontrolle völlig unzureichend war (Katholische Nachrichten Agentur, 30.1. und 4.2.1988).
Die MIZ-Redaktion weist darauf hin, daß das Finanzgebaren kirchlicher Sozialeinrichtungen von der öffentlichen Hand so gut
wie nicht kontrolliert wird, obwohl letztere in ganz erheblichem Maße als Geldgeber fungiert und auch in diesem Betrugsfall ein
Hauptgeschädigter ist.