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Dr. Werner Gräsle

Beisitzer

Werner Gräsle Jahrgang 1959, verheiratet, keine Kinder.

Diplom-Geoökologe, promoviert in Agrarwissenschaften. Nach wissenschaftlicher Tätigkeit beim Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben (heute LIAG) und beim Deutschen Wetterdienst jetzt als Gesteinsphysiker bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Aufgewachsen in einem engagiert evangelisch-methodistischen, aber zugleich aufklärerischen und humanistischen Idealen verpflichtetem Elternhaus habe ich das Christentum gleichsam von seiner besten Seite kennengelernt. Angesichts der Erfahrungen mit einem subjektiv redlichen und in seiner ethischen Praxis durchaus vorbildlichen Christentum bestand für mich kein Anlass zur innerlichen Distanzierung. Vielmehr habe ich mich über Jahrzehnte intensiv um eine geistige Heimat im christlichen Glauben bemüht und mich in kirchlicher Jugendarbeit, in Studentengemeinden sowie in den christlichen Teilen der Friedens- und Umweltbewegung engagiert.

Wirklich heimisch wurde ich im Christentum dennoch nie, dafür war die Erziehung meiner Eltern zu eigenständigem, kritisch-rationalem Denken zu erfolgreich. Schon seit dem Grundschulalter stolperte ich über logische Widersprüche christlicher Lehre und zunehmend auch über die Wahrnehmung eklatanter Mängel in den theoretischen Grundlagen christlicher Ethik und ihrer verheerenden Folgen in der Kirchengeschichte.

Doch erst etwa 1995 konnte ich mich uneingeschränkt auf einen Verzicht auf christliche Sinnstiftungsmodelle einlassen. Die Erfahrung, wie wohltuend ein rational konsistentes Weltbild ist und wie überflüssig religiöse Sinnstiftungsmodelle dann sind, hat mich von da an nachhaltig geprägt. Ich sehe mich als Agnostiker auf dem Fundament des kritischen Rationalismus. Trotzdem blieb ich bis 2003 Karteileichen-Mitglied der Evangelisch-Methodistischen Kirche. Ich trat aus, als diese ihren moralischen Kredit verlor, weil sie gegenüber ihren Mitgliedern G.W. Bush und R. Cheney keinerlei Konsequenzen wegen des Angriffs auf den Irak zog.

Seit 2008 bin ich Mitglied im IBKA.

Schwerpunkte meines Interesses sind:

  • Die konsequente Umsetzung eines säkularen Staatskonzeptes, das Menschenrechte und Minderheitenschutz ohne Ansehen der Weltanschauung garantiert. Dazu gehört für mich auch das Recht freier Religions-Ausübung oder -Nichtausübung, aber eben ohne Privilegien für irgendeine Weltanschauungsgruppe.
  • Das Verständnis der Bedingungen, die Religionen entstehen und Einfluss gewinnen lassen, insbesondere der psychischen Mechanismen, die es Menschen ermöglichen, sich über offensichtliche logische Widersprüche in ihren Weltanschauungsgebäuden hinwegzutäuschen.