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Star Trek Filmautor bekennt sich zum Atheismus

Brannon Braga auf internationaler Konferenz in Reykjavik

Der Autor von 150 Folgen Star Trek nahm an der internationalen Atheistenkonfenz in Reykjavik am 25. Juni 2006 teil und sprach vor 90 Leuten zum Thema „Star Trek als atheistische Mythologie“. Die von isländischen und amerikanischen Atheisten organisierte Konferenz hatte Braga eingeladen, über seine Erfahrungen als Star Trek Autor und seine Beziehung zur Religion zu sprechen.

Der Filmautor führte aus, dass Atheisten der Definition nach keine Mythologie nötig hätten. Sie könnten sich zufrieden auf ihr wissenschaftlich begründetes Weltbild stützen. Warum sollten sie sich also Gedanken über eine Mythologie machen? Atheisten beantworten auf ihre Weise die Fragen nach Moral und einem friedlichem Zusammenleben – finden dabei aber kein Gehör. Sie sind nach wie vor nur wenig organisiert. Eine gemeinsame Mythologie könnte sie in ihren Bestrebungen auf eine unterhaltsame Weise zusammenbinden – die Bibel hat diese Funktion.

Braga weist darauf hin, dass die epische Star Trek Saga, wie sie ihr Begründer Gene Rodenberry entworfen hat tatsächlich so etwas wie Quelle für eine atheistische Mythologie sein könnte und von seinen Fans auch so gelebt wird. Gene Rodenberry hat als säkularer Humanist ganz bewußt die Erzählung von der Zukunft der Menschheit entworfen: als eine Welt in der Religion bei den Menschen keine Rolle mehr spielt. Es gibt keinen Hunger, keine Krankheiten und keine Konflikte – auch keine religiösen Ursprungs. Die Erdenbewohner finden die Lösung ihrer Probleme durch Anwendung der Vernunft und der Abwägung von Argumenten. Wegen dieses Potentials können Menschen ihre Instinkte überwinden. In der Star Trek Erzählung existiert daher kein Aberglaube, mystisches Denken oder Religion. In Rodenberrys Zukunfswelt ist jeder Atheist.

Star Trek ist keine Religion – aber es ist eine Vision von einer Welt, in der die Religion besiegt worden ist“ meint Braga und weiter „Star Trek ist lebendig, vollgepackt mit Action und häufig tiefgehend. Und die Message ist immer die Gleiche – durch unsere Vernunft allein können wir Probleme lösen und es gibt keine Zeit und keinen Platz für den Glauben an etwas das nicht existiert“.

Fünfzehn Jahre Arbeit stecken in den 150 Folgen, die Braga für Star Trek aufgewendet hat. In seinem Werk findet sich nicht nur Unterhaltung, sondern auch Philosophie. „Es gibt eine atheistische Mythologie – sie war schon die ganze Zeit da“ das dokumentieren die vierzig Jahre seit die Star Trek Erzählung begann, die fünf TV-Shows, 700 Film-Episoden und 11 Kinofilme. Star Trek entfaltet laut Braga schon heute den Charme einer atheistischen Mythologie: „Falls jemals jemand fragen sollte, wie die Welt ohne Religion aussieht – weisen Sie auf Star Trek hin“.

Dragan Pavlovic

Konferenzbeiräge als Audio-Dateien zum Download