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Der Prophet Mohammed (570 - 632) und sein Gott

Durch seine Kontakte zu Juden und Christen und deren Religion ist Mohammed immer mehr fasziniert von der Vorstellung und den Vorteilen einer Eingott-Religion. Eine Idee ergreift ihn und nimmt ihn zusehends gefangen.

Er geht daran, sie zu realisieren:
Bei den heidnischen Arabern ist „Allah“ die höchste Gottheit am gut besetzten Götterhimmel.

Mohammed befreit ihn von seinen vielen Gefährten, indem er ihn „einer Art dogmatischer Säuberung“(1) unterzieht, und erklärt ihn zum „alleinigen, einzigen und ewigen Gott“. Er lässt ihn eine symbiotische Beziehung mit dem Gott der Juden eingehen und gibt ihm dadurch eine bis zum Anbeginn aller Zeiten zurückreichende Vergangenheit und ein Gesicht.

Jetzt übergibt Allah Mohammed durch den Engel Gabriel von Fall zu Fall seine im Koran niedergeschriebenen Offenbarungen, mit dem Auftrag, sie als sein Gesandter und Prophet zu verkündigen: „Wahrlich, dies ist der ruhmreiche Koran, niedergeschrieben auf der im Himmel aufbewahrten Tafel“ 85, 22 (22).

Erstaunlicherweise spricht Allah erst nach fünfzehn(2) von ihm herabgesandten Suren über seine alttestamentarische Vergangenheit. Auch in den folgenden dreiundzwanzig Suren ist seine Befassung damit eher en passant. Dann jedoch, nachdem schon viele Jahre von Mohammeds Prophetentätigkeit ins Land gezogen sind, werden die Rückblicke ausführlicher, bis sie im Koran einen breiten Raum einnehmen. Nach und nach ist Allah zum Gott der Schrift geworden.

Um seine Akzeptanz bei den zu bekehrenden Götzendienern zu sichern, behält er einige ihrer Rituale bei; so unter anderen die Pilgerfahrt zur Kaaba (ein Götzenheiligtum), das Hin- und Herhüpfen zwischen den Hügeln Safa und Marwa, wobei zwei Götter angebetet wurden, und die Steinigung des Satans.

(1) Ibn Warraq: Warum ich kein Muslim bin, S.75
(2) in der zeitlichen Folge, siehe Tabelle