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Veranstaltung: Die Evangelikalen in den Medien

Samstag, 26. September 2009, 20:00 Uhr
Tagungshaus JH Köln-Deutz, Siegesstraße 5, Raum ‚Barcelona‘

Vortrag von Christoph Lammers mit anschließender Diskussion im Rahmen der IBKA-Mitgliederversammlung

Veranstaltungsbericht beim Humanistischen Pressedienst

Wenngleich nur etwa 1,5 Millionen Evangelikale in Deutschland leben, haben sich ihre Vertreter dennoch in den letzten Jahren mehr und mehr durch gezielte Tabubrüche öffentlich ins Gespräch gebracht. Dass die Medien dabei eine herausragende Bedeutung haben, steht außer Frage.

Dank des Web 2.0, in dem durch verschiedene Foren Evangelikalen die Möglichkeit zur politischen Artikulation geboten wird, wird aus dieser sehr heterogen strukturierten Bewegung ein Netzwerk mit Breitenwirkung. Kurzfristig und präzise bestimmen sie die für sie relevanten Diskussionen. Sehr offen und progressiv greifen ihre Vertreter Themen auf und diktieren den Diskurs, wenn es beispielsweise um Abtreibung oder um die sexuelle Selbstbestimmung des Menschen geht.

Begünstigt wird diese Entwicklung durch gesellschaftliche Veränderungen. Hierzu zählt die Globalisierung des Religionsmarktes. Die etablierten Staatskirchen verlieren massiv an Mitgliedern und müssen sich neben anderen Glaubensanbietern positionieren. Zudem ist die stetige Veränderung des gesellschaftlichen Diskurses innerhalb unserer Gesellschaft zu beobachten.

War bislang der Großteil der Evangelikalen eher gesellschaftlich stigmatisiert und isoliert, gewinnt man mehr und mehr den Eindruck, dass evangelikal sein eine positive Lebenseinstellung beinhaltet und den Menschen ein alternatives Lebenskonzept zum neoliberalen Markt bietet. Bestimmte Codes werden re-formuliert und in ein religiöses Muster eingefügt.

Anhand von verschiedenen Beispielen soll einerseits gezeigt werden, wie es dazu kommen konnte, welche Ursachen der gesellschaftlichen Rückentwicklung zugrunde liegen. Andererseits muss gefragt werden, wie sich säkulare, humanistische Strömungen dem gegenüber positionieren bzw. welche Strategien es zu entwickeln gilt, mit denen eine pluralistische Gesellschaft zukunftsfähig bleibt.