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IBKA zu Zensur im Fernsehen

Presseerklärung des IBKA vom 26.1.1997

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und AtheistInnen (IBKA) protestiert in aller Schärfe gegen die Absetzung der Sendung "Spott und Hohn fur Gott und Sohn", die am Sonntag, den 26.1.1997, um 17.30 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden sollte.

Daß mittlerweile schon Sendungen über Zensur der Zensur zum Opfer fallen, ist ein deutliches Zeichen dafür, das die produktive Streitkultur der Aufklarung in unserer Gesellschaft zunehmend an Boden verliert.

Wir stellen fest: Wie in Amerika so gibt es auch in Deutschland einen zunehmend gefahrlicher werdenden Machtzuwachs restaurativer Kräfte, die nichts sehnlicher wünschen, als der mühsam errungenen Kultur der Offenheit ein Ende zu bereiten. Angesichts der problematischer werdenden Wirtschaftsverhaltnisse und den damit verbundenen kulturellen Ruckzügsgefechten ist zu befürchten, daß sich die Bedingungen fur eine freie und offene Kultur in den kommenden Jahren zunehmend verschlechtern werden.

Ein Narr, wer dies nicht erkennt und nicht beizeiten dagegen aufbegehrt, denn: Wer aus den Schrecken der Vergangenheit nichts lernt, der ist möglicherweise dazu verdammt, sie wieder zu erleben...


Hintergrund:

Als Begründung fuer die Absetzung gab die Abteilungsleitung "Religion und Philosophie" beim WDR-Fernsehen an:

  • "Der Film verharmlose das Problem der Satire der Religion, religiöse Bekenntnisse und Kirche.
  • Der Film schlage einen süffisanten Grundton vor allem gegen die katholische Kirche und ihre Vertreter an.
  • Dem Film fehle die analytische Schärfe gegenüber dem Problem Satire über die christlichen Grundwerte der Gesellschaft"
(zitiert aus einer Mitteilung der "Kilimann TV-Produktion" an Michael Schmidt-Salomon; im Rahmen der Sendung sollte u.a. auch auf das "Maria-Syndrom" eingegangen werden)

Nachtrag:

Die Sendung ist später in entschärfter Form ausgestrahlt worden.