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Anthroposophen versuchen erneut, Buch verbieten zu lassen

2. Juni 1999
Pressemitteilung

Bereits zwei Bücher kurzerhand vom Markt geklagt · Strafe von DM 40.000 für kleinen Verlag gefordert · Waldorf Connection erscheint trotzdem in 2. Auflage

Der Bund der Freien Waldorfschulen will die weitere Verbreitung des im April im Alibri Verlag erschienenen Buches Rasse Mensch verbieten lassen. Das Buch zum gleichnamigen, am 14.4.1999 in 3sat ausgestrahlten Film beschäftigt sich mit verschiedenen Traditionslinien, an die der Rassismus anknüpfen konnte (u.a. in Anthropologie, Humanbiologie, Religion, Kunst) und auf wenigen Seiten auch mit dessen Wurzeln in der Esoterik (in diesem Zusammenhang kommt der Begründer der Waldorfpädagogik Rudolf Steiner vor).

Mit den von ihnen eingeleiteten juristischen Schritten versuchen die Anhänger Rudolf Steiners zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres, eine Veröffentlichung, die sich kritisch mit der Anthroposophie und den rassistischen und okkulten Tendenzen in Steiners Denken befaßt, vom Markt zu klagen. Ende Februar hatte das Landgericht München entschieden, daß die Titel Waldorf Connection und Erlöser in der damaligen Fassung nicht mehr verbreitet werden dürfen. Wie auch diesmal ging es damals fast ausschließlich um Zitate aus der Sekundärliteratur (teilweise seit Jahren erschienene Bücher), die nie juristisch belangt worden waren. Im Verlag wird deshalb davon ausgegangen, daß die Attacken der Anthroposophen darauf abzielen, den Verlag über permanenten juristischen Druck von der Bildfläche verschwinden zu lassen, da die Kritik esoterischer Heilslehren einen Programmschwerpunkt bei Alibri bildet. Bislang ist diese Rechnung nicht aufgegangen: in Kürze wird die zweite, in einigen Nebensächlichkeiten korrigierte Auflage von Waldorf Connection lieferbar sein.

gez. Gunnar Schedel (Alibri Verlag)