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Tatort Hamburg: Auf zum letzten Gefecht!

Pressemitteilung:

Die Kirchen sind dabei, die letzte Bastion des einzigen mehrheitlich konfessions­freien Bundeslandes im Westen einzunehmen - und Hamburg scheint zu fallen.

Nachdem in allen Neuen Bundesländern die Staatskirchen-Anpassung als West-Standard durchgesetzt wurde und 2002 das Bundesland Bremen als vorletztes Bundesland einen Staat-Kirche-Vertrag ab­schloss, ist jetzt Hamburg das letzte Objekt kirchlicher 'Begierde' nach ent­schwindender Besitzstandswahrung.

Mit Verwunderung hören die mehrheitlich konfessionsfreien Hamburger Bürger, dass der Senat ohne ersichtliche Begründung bereit ist, die Souveränitätsrechte des Senates und der Bürgerschaft (dem Hamburger Parlament) in kirchlichen und sozialen Angelegenheiten aufzugeben. Er will sich unbefristet vertraglich auch für die kommenden Generationen an das Wohlwollen der Kirchen binden.

Die Evangelische Kirche ist in den vergangenen 25 Jahren von 64,4 % der Ham­burger Bürger als Mitglieder auf mittlerweile 32,7 % abgesunken. Die Katholiken stellen 10,3 % der Hamburger.

Es ist die faktische Zerstörung einer der ältesten Hamburger Tradition, sich niemals an die Interessen der Kirche zu binden, sondern seine Handlungsfreiheit gegenüber jedem zu behalten und sich in allen Sachfragen mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen.

Ein "Aktionsbündnis für Hamburg: Gegen den Staat-Kirche-Vertrag", das sich als Sprecher der konfessionsfreien Mehrheit der Hamburger versteht, hat dem Bürgermeister, dem Senat und der Bürgerschaft Argumente vorgelegt, um diesen Vertrag zu verhindern.

Die rund 100 Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften in Hamburg behalten sich das Recht vor, gegebenenfalls auf Gleichbehandlung zu klagen bzw. wegen Nicht-Gleichbehandlung juristisch gegen einen derartigen Vertrag anzu­gehen - sollte er denn abgeschlossen werden.

Der Senat - als Vertreter eines weltanschaulich neutralen Staates - sollte diese Neutralität in einem Bundesland mit mehrheitlich konfessionsfreien Bürgern nicht vergessen und eher darauf bedacht sein, auch seine konfessionsfreien und vielen ausländischen Bürger zu integrieren, als die dahinsiechende evangelische Kirche zu privilegieren.


Ausführliche Stellungnahme zum geplanten Staatskirchenvertrag

PDF-Version der Stellungnahme (externer Link)

Unterstützt wird der Text von lokalen Vertretern von:
Freie Humanisten Hamburg, IBKA, Humanistische Union, DFW, DFV, Unitarier.

Ansprechpartner:

Dr. Carsten Frerk
www.carstenfrerk.de