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Ziele und Grundsätze
- Ziele des IBKA
- Politischer Leitfaden
Ausführliche Darstellung der Grundsätze, Ziele und Forderungen
Pressemitteilung vom 12.02.2006
Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) begrüßt, dass die Anti-Mohammed-Karikaturen-Demonstrationen in Bonn, Düsseldorf, Berlin und Kiel so friedlich verlaufen sind - wie es eigentlich überall selbstverständlich sein sollte! -, hält aber die Zielrichtung der Demonstranten für verfehlt.
Die Umsetzung der Hauptforderung der islamischen Demonstranten, deren Religionsstifter Mohammed dürfe weder bildlich dargestellt noch gar karikiert werden, ist in einer freiheitlichen Gesellschaft nicht legitim. Ebenso wenig haben auch Anhänger anderer Religionen einen Anspruch darauf, dass Kritik an ihren öffentlich geäußerten Überzeugungen tabuisiert ist. Für alle anderen großen ideellen Güter der Kultur gilt es als selbstverständlich, dass diese auch der Kritik und der Satire ausgesetzt sind. Es ist nicht einzusehen, dass für den Bereich des Religiösen hier aufgrund einer selbstdeklarierten "Heiligkeit" eine Ausnahme gelten soll.
Solange ein vergleichbar deutlicher Protest von Muslimen gegen den mit dem Islam begründeten Terror; gegen „Ehrenmorde“ und Zwangsheiraten in Deutschland; gegen Steinigungen von sogenannten "Ehebrecherinnen" und gegen das Hängen von Homosexuellen im Iran usw., ausbleibt, ist ihr vehementer Protest gegen Karikaturen höchst einseitig und ethisch zweifelhaft. Bedenklich ist, wenn islamische Demonstranten schönfärberische Falschbehauptungen über die eigene Religion verbreiten: ‚Islam’ bedeutet nämlich nicht ‚Frieden’, sondern ‚Unterwerfung’ [FN, siehe unten].
Angesichts der Debatten, um islamkritische Karikaturen, fordert der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) die Medien dazu auf, die Meinungsfreiheit nicht durch falsche Rücksichten auf religiöse Befindlichkeiten einzuschränken.
Seitdem einige islamistische Fanatiker mit wachsendem Terror auf ein paar sie empörende Karikaturen reagieren - und so deren Aussage, Islam hätte etwas mit Gewalt zu tun, selber nicht nur bestätigen, sondern sogar übertreffen -, überbieten sich westliche Politiker und Kirchenfunktionäre in einer sekundierenden Rhetorik parteilicher Kunstkritik:
Die Karikaturen wurden als "komplett empörend" (Bill Clinton) gegeißelt, ihr Nachdruck als "beleidigend, unsensibel, respektlos und falsch" (Großbritanniens Außenminister Straw). Bundeskanzlerin Merkel äußerte „Verständnis für die verletzten Gefühle der Muslime“. Uno-Generalsekretär Kofi Annan forderte gar, "dass die Pressefreiheit immer in einer Weise angewendet werden sollte, die den Glauben und die Lehren aller Religionen vollständig respektiert". Anstatt also die Pressefreiheit offensiv zu verteidigen, entschuldigt man sich quasi für die Menschenrechte und mahnt mehr oder minder offen eine Selbstzensur der Medien nach den Vorgaben der Religionen an. "Wenn man eine Religion beleidigend karikiert, schmäht man uns alle" stand vorletzten Sonntag hübsch solidarisch auf dem Transparent einer islamisch-christlichen Gemeinschaftsdemonstration in Bethlehem.
Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (64), bei der Deutschen Bischofskonferenz für den Dialog mit anderen Religionen zuständig, erklärte, man dürfe über Gott keine Witze machen. Dazu meint IBKA-Beiratsmitglied Dr. Michael Schmidt-Salomon: „Wir brauchen in einer offenen Gesellschaft nicht nur Meinungsfreiheit, sondern mehr: ein Klima, in dem Humor und Satire positiv gefördert werden. Wenn das Lachen über das ‚Heilige’ per se schon als Entwürdigung empfunden wird, haben die Fundamentalisten eine entscheidende Schlacht gewonnen!“
Die Kombination aus Terrorfurcht und Forderungen nach Unterwerfung unter die Religionen zeigt bereits erste Wirkungen:
Über die angemahnte Selbstzensur der Medien hinaus forderte der Vatikan die nationalen Regierungen auf, die Gesetze so zu verschärfen, dass Religionskritik deutlicher als bisher auch strafrechtlich geahndet werde. Kongenial fabulierte Bernd Schmidbauer (CDU), Gotteslästerung sei nicht tolerabel, als ob er die Änderung des Paragraphen 166 Strafgesetzbuch von 1969 noch nicht mitbekommen habe.
Schon in seiner jetzigen Fassung stellt der Gummiparagraph 166 StGB, mit dem u.a. Wilhelm Busch, Bertolt Brecht, George Grosz und Arno Schmidt zensiert wurden und dem Oskar Panizza zum Opfer fiel, eine ständige Bedrohung für die pluralistisch verfasste Gesellschaft dar, er widerspricht der produktiven Streitkultur der Aufklärung. Auf der politischen Tagesordnung sollte daher nicht die Verschärfung dieses verhängnisvollen Zensurparagraphen stehen, sondern seine schon seit Jahren anstehende, ersatzlose Streichung - wie im mehrheitlich katholischen Italien längst geschehen.
Weitere Artikel zum Thema:
„Köpft diejenigen, die behaupten, der Islam sei gewalttätig!“
www.ibka.org/artikel/zensur.html
Für die Abschaffung des "Gotteslästerungsparagraphen" § 166 StGB
Petitionen zur Verteidigung der Meinungsfreiheit:
www.leitkultur-humanismus.de/freiheit.htm
new.petitiononline.com/namazie/petition.html
FN:
Das Wort 'Frieden' heißt im Arabischen 'salam'. 'Islam' ist das vom 4. Stamm des Verbes 'salima' abgeleitete Nomen und bedeutet 'Hingabe' oder 'Unterwerfung', nicht aber "Frieden" - wie z.B. die ominöse "Islamische Charta" postuliert. Siehe www.gazette.de/Archiv/Gazette-September2002/Brunner04.html
Der Orientalist Johann Christoph Bürgel (Allmacht und Mächtigkeit. Religion und Welt im Islam. München 1991, S. 23f) deutet das Wort 'Islam' folgendermaßen:
"Islam bedeutet .... sowohl 'Unterwerfung' wie, wenn man es von salam (Heil) ableitet, 'Eintritt in den Stand des Heils', das dazugehörige Partizip 'muslim' bedeutet also 'sich unterwerfend' bzw. 'eintretend/eingetreten in den Stand des Heils'. Tatsächlich bedingen beide Bedeutungen einander und wir erhalten den eigentlichen Gehalt des Wortes 'Islam', wenn wir übersetzen: 'Heilserlangung durch Unterwerfung'". ... "Heil" bedeutet nach Bürgel "Einordnung in das von Gott geordnete, von seiner Allmacht durchwaltete All, ja es heißt letztlich Teilhabe an der Allmacht Gottes".
Demnach ist der Islam die Religion der "Heilserlangung durch Unterwerfung", und dies bezieht sich ausschließlich auf die Muslime. In seinem Verhältnis zu Nichtmuslimen ist der Islam keineswegs per se eine Religion des Friedens. Das religiös-politische Recht des Islam (Schari'a) unterscheidet zwischen Dar al-Islam (Haus des Islams) und Dar al-Harb (Haus des Krieges= nichtislamische Welt).