IBKA-Lesereise mit Carsten Frerk

Wie der Staat die Kirchen finanziert –
Violettbuch reloaded

Carsten Frerk (c)Evelin FrerkIn die Frage der Öffentlichkeit von Kirchenfinanzen ist in den vergangen zwei Jahren Bewegung geraten. Nicht nur der „Protz-Bischof“ Tebartz van Elst, der es gar nicht war, hat Öffentlichkeit, Kirchenvolk und Medien aufgerüttelt, auch die (vorgebliche) Transparenz in der Veröffentlichung des Vermögens von Bistümern und Bischöflichen Stühlen werden Thema sein. Es wird im Vortrag viel Platz für Informationen und Erläuterungen sein, aber auch ein gerüttelt Spaß, den kirchlichen Finanz-Gralshütern dabei zuzusehen, wie sie meinen, etwas publik zu machen, was sie aber gar nicht tun und auch nicht wollen.

Carsten Frerk ist Autor, Publizist und Journalist. Neben anderen Werken veröffentlichte er u.a. „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“ (2002), „Caritas und Diakonie in Deutschland“ (2005), „Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirchen finanziert.“ (2010) und „Gottes Werk und unser Beitrag. Kirchenfinanzierung in Österreich“ (2012).

Fünf Termine im November in NRW und Niedersachsen:

Offener Brief der Gruppe "11. Gebot" gegen Katholikentagsfinanzierung

Die Gruppe "11. Gebot" richtet sich mit einem offenen Brief gegen die zur Diskussion stehende finanzielle Förderung des Katholikentages 2018 an die Münsteraner Ratsmitglieder.

Vom 04.11. bis zum 06.11.2014 werden die Aktiven um das 11. Gebot, bestehend aus Mitgliedern der Giordano Bruno Stiftung und IBKA, ihrem Protest Gehör verschaffen. In dieser Zeit wird die drei Meter hohe Moses-Statue neben einer Steintafel mit dem eingravierten 11. Gebot ("Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!") im Innenstadtbereich von Münster zu sehen sein. Die Aktion startet am 04.11. um 11:00 Uhr auf dem Domplatz.

Jetzt hat die Gruppe einen Brief an die Ratsmitglieder veröffentlicht (s.u.), in dem sie von SPD und Grünen aufgeworfene Fragen zur kommunalen Katholikentagsfinanzierung beantwortet.

Kein kommunales Geld für Katholikentag in Münster

Finanzierung eines Missionsfestes ist Aufgabe der Kirche

Pressemitteilung vom 9. September 2014

(Münster) „Nach den aktuellen Unwetterschäden an der kommunalen Infrastruktur und angesichts der allgemeinen Finanzlage der Stadt steht Münster vor ganz anderen Herausforderungen als der Finanzierung eines Katholikentags“ , sagt Daniela Wakonigg, Sprecherin des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) im Münsterland. „Es kann doch nicht sein, dass durch den immer härteren Sparkurs der Stadt überall Sozialwohnungen fehlen und ständig über Kürzungen im Kulturbereich nachgedacht wird, während gleichzeitig 1,5 Millionen Euro für die Finanzierung eines Katholikentags verpulvert werden.“

Atheistenverband gegen Zuschuss für Leipziger Katholikentag

Öffentliche Finanzierung widerspricht der Trennung von Staat und Religion

Pressemitteilung vom 17.07.2014

(Overath) "Ein Katholikentag als 'Dreh- und Angelpunkt des katholischen Vereinswesens' soll von den Katholiken aus eigener Tasche finanziert werden", sagt Rainer Ponitka, Pressesprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA). "Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften haben aufgrund der Religionsfreiheit ein unbestrittenes Recht, ihren Glauben zu leben und zu zelebrieren. Da Glaube aber eine rein private Angelegenheit ist, müssen Feste wie Katholikentage auch von den Veranstaltern selbst finanziert werden."

Staatsleistungen an die Kirchen: Bundesregierung verweigert Verfassungsauftrag

Pressemitteilung vom 16.04.2014

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) kritisiert die Erklärung der Bundesregierung, keinen Handlungsbedarf bezüglich einer Ablösung der Staatsleistungen an die Kirche zu sehen.

„Das Grundgesetz sieht vor, dass die sog. Staatsleistungen an die Kirchen abzulösen sind und dass der Bund die Grundsätze hierfür aufzustellen hat. Mit ihrer Erklärung, hier nichts unternehmen zu wollen, verweigert sich die Bundesregierung diesem Verfassungsauftrag“, sagte René Hartmann, Erster Vorsitzender des IBKA.

„Der Hinweis auf eine mögliche einvernehmliche Lösung zwischen den Kirchen und den Bundesländern wird dem Verfassungsauftrag nicht gerecht. Von einer einvernehmlichen Lösung ist im Verfassungstext nicht die Rede.

Die einzig angemessene Lösung für die Ablösung der Staatsleistungen ist ihre ersatzlose Einstellung. Der Hinweis auf Entschädigungsansprüche aus den sog. Säkularisationen im Jahr 1803 geht fehl, denn selbst wenn man diese Ansprüche als begründet ansehen wollte, wären sie durch die in diesem langen Zeitraum geleisteten Zahlungen als abgegolten zu betrachten.

Die bestehenden Regelungen führen dazu, dass auch Konfessionslose die Kirchen durch ihre allgemeinen Steuern mitfinanzieren. Dies ist mit einer Trennung von Staat und Kirche unvereinbar.“

Staatliche Leistungen an die Kirchen?

Vortrag und Diskussion mit Dr. Carsten Frerk (Berlin)

Carsten Frerk
Sonntag, 15. Juli 2012, 16:00 Uhr
Freidenker-Zentrum, Bayenstraße 11, 50678 Köln
Eintritt frei
Veranstalter: Deutscher Freidenker-Verband LV NRW e.V. und Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. LV NRW

Obwohl die beiden großen christlichen Kirchen heute weniger als zwei Drittel der Bevölkerung organisieren, werden viele ihrer Belange durch die öffentliche Hand finanziert. Carsten Frerk gibt einen systematischen Überblick, zu welchen Gelegenheiten der Staat von den Kirchen zur Kasse gebeten wird. Er problematisiert versteckte Subventionen wie die steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer, erläutert die rechtliche und historische Fragwürdigkeit der sogenannten Staatsleistungen und stellt die Frage, warum die Allgemeinheit soziale Ein­richtungen in kirchlicher Trägerschaft bezuschusst, obwohl dort die Arbeitnehmerrechte weitgehend außer Kraft gesetzt sind.

Konfessionslosenverband gegen "Kultursteuer"

Pressemitteilung vom 18.05.2012

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) wendet sich gegen den Vorschlag von Politikern der Grünen zur Erhebung einer "Kultursteuer".

"Dass Konfessionslose über eine sogenannte Kultursteuer zur Finanzierung der Kirchen herangezogen werden sollen, ist entschieden abzulehnen. Mit der unverhohlen ausgesprochenen Absicht, Menschen durch diese Steuer vom Kirchenaustritt abzuhalten, stellen die Urheber des Vorschlags Kircheninteressen über die Religionsfreiheit", sagte René Hartmann, Erster Vorsitzender des IBKA.

Plakataktion klärt Berlin über Kirchenfinanzen auf

Pressemitteilung vom 21.09.2011

Konfessionsfreie schalten im Rahmen des ‚Kirchenaustrittsjahres‘ Großplakate, die den Blick der Berlinerinnen und Berliner auf die kirchlichen Finanzen lenken sollen. Das Plakat wird zum Papstbesuch die Berliner Straßen zieren und zeigt dabei ein Bild des Künstlers Jacques Tilly. Es ist zu sehen, wie ein Kleriker sich mit Geldsäcken auf die Arche Noah gerettet hat, während hilfesuchende Menschen in den Fluten untergehen.

"Das Bild ist provokant, trifft aber den Kern des Problems. Den Großteil der eingenommenen Steuern verwenden die Kirchen für eigene Zwecke, in erster Linie für Personalkosten. Für öffentliche soziale Zwecke geben sie nur etwa zehn Prozent der Kirchensteuereinnahmen aus. Gleichzeitig erhalten sie rund 19 Milliarden Euro jährlich an staatlichen Zuschüssen“, erklärt Rainer Ponitka, Pressesprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA). „Angesichts leerer öffentlicher Kassen fordern wir die Politik auf, diese Situation zu beenden.“

Plakataktion wirbt für Kirchenaustritt

Das Kirchenaustrittsjahr geht in die nächste Runde. Für die Zeit des Papstbesuches wurden Flächen für Plakate in Berlin gebucht. An rund 20 Orten in Berlin soll damit für den Kirchenaustritt geworben und gleichzeitig gegen das Finanzgebaren der Kirchen (und des Staates) protestiert werden.

Für die Aktion konnte der renommierte Künstler Jacques Tilly gewonnen werden, der eine wunderbar bissige Version der Arche Noah beigesteuert hat. Damit die Aktion auch wirklich stattfinden kann, brauchen wir jedoch noch Spendengelder. 7.000 Euro sind notwendig, um den Papst in Berlin gebührend zu empfangen.

Weitere Informationen und Online-Spendenmöglichkeit