Karfreitag 2009 - Let's Talk About Sex!

Ellen Kühl-Murges

„Religionsfreie Zone“ im Kölner Filmhaus

Am Karfreitag, einem der sog. stillen Feiertage, wurde das Kölner Filmhaus zur religionsfreien Zone erklärt. Nach der ersten erfolgreichen Veranstaltung des IBKA-Landesverbandes NRW im Jahre 2008 lud man erneut zur kritischen sowie „genüsslichen“ Reflexion der rigiden Feiertagsgesetzgebung ein.

Religionsfreie Zone - Heidenspaß statt Höllenqual

Politische Veranstaltung zum Feiertagsgesetz NRW

Das Feiertagsgesetz des Landes NRW besagt, dass in der Zeit von Gründonnerstag 18:00 Uhr bis Samstag 06:00 Uhr öffentliche sowie nichtöffentliche (außerhalb der eigenen Wohnung) Tanzveranstaltungen gänzlich verboten sind. Dies gilt ebenso für Veranstaltungen, Theater- und musikalische Aufführungen, Filmvorführungen, und Vorträge jeglicher Art, auch ernsten Charakters, während der Hauptzeit des Gottesdienstes.

Hier wird dem vermeintlichen Anspruch des christlichen Glaubens nach Trauer und Andacht durch die Gesetzgebung ein Raum gegeben, dem sich alle Bürger zu unterwerfen haben, egal welcher Weltanschauung sie angehören.

buskampagne.de

BUSKAMPAGNE.DE

Der IBKA unterstützt die säkulare Werbekampagne in Deutschland.

Dass Verkehrsbetriebe sich landauf, landab weigern, die Plakate an ihren Bussen zuzulassen, ist geradezu ein Beweis dafür, wie berechtigt eine solche Kampagne ist.

Während religiöse Werbung im öffentlichen Raum geradezu alltäglich ist, wird es andererseits offenbar nicht gern gesehen, wenn Nichtreligiöse mit ihren Überzeugungen an die Öffentlichkeit gehen. Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf die gesellschaftliche Situation in einem Land, in dem über ein Drittel der Menschen keiner Konfession angehört.

Giordano-Bruno-Denkmal

02.03.2008, Berlin:

Eine sechs Meter hohe Skulptur des Bildhauers Alexander Polzin, der sein Atelier in Berlin-Pankow hat, wurde am 2. März 2008 im Bahnhof Potsdamer Platz in Berlin aufgestellt, www.bruno-denkmal.de.

So löblich die Absicht der Giordano-Bruno-Stiftung, so schlicht indes die Enthüllungsfeier:

Die vier Reden von Dr. Andre Zeug, dem Vorstandsvorsitzenden der Bahn Station&Service AG, des Schriftstellers Durs Grünbein, von Dr. Ernst Salcher, einem Vorstandsmitglied der Giordano- Bruno-Stiftung, und des italienischen Botschafters in Deutschland, Antonio Purini, waren leider kaum hörbar für die über 100 Umstehenden im zugigen Bahnhofsportal.

Friedrich Schillers evolutionärer Weg zur Republik

Dr. Wilfried Noetzel

Deutsche Revolutionsnostalgiker verweisen gerne auf die sporadischen Republikversuche von Frankreichs Gnaden gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Die linksrheinischen Fortschrittsenklaven müssen ihnen als freilich unzureichende Beweise für die Demokratietauglichkeit der Deutschen herhalten, denen die Geschichte mehr als ein weiteres Jahrhundert länger den Feudalismus zumutete. Aber abgesehen davon, dass damals nicht alle Verhaltensweisen der siegreichen Volksarmee des Nachbarlandes von der Bevölkerung als charmant empfunden worden sind, machten es die Massaker der Jakobinerdiktatur und der Umschlag der revolutionären Emphase in eine nationalistische, unter ihrem größenwahnsinnigen Volkskaiser dann in eine imperialistische, vielen republikanisch gesonnenen deutschen Bürgern und Intellektuellen nicht gerade leicht, auf einen fundamentalen Wandel der politischen Verhältnisse zu hoffen. Um gleich mit einem Schillerzitat aus einem Brief vom 13. Juli 1793, dem Jahr des Untergangs der Mainzer Republik, zu beginnen: