Säkularismus ist die Lösung – Über Religion und Gewalt

Michael Schmidt-Salomon

Michael Schmidt-Salomon

Samstag, 23. Mai 2015 - 16:35 Uhr

Der Titel des Vortrags ist ein Zitat. Das Original findet sich neben vielen, obszönen Sprüchen an der Wand einer schmutzigen Gefängnis-Toilette in Saudi-Arabien. Dort wurde der Satz „Säkularismus ist die Lösung!“ von Raif Badawi entdeckt, dem saudischen Blogger, der für seine Aufrufe zu mehr Toleranz, Meinungsfreiheit und Achtung der Menschenrechte zu 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde.
„Säkularismus ist die Lösung!“ – Dieser einfache Satz hat nicht nur Raif Badawi Kraft gegeben, die erniedrigenden Haftbedingungen in Saudi-Arabien durchzustehen, er enthält auch eine zentrale Lehre, die sich aus dem Studium der Geschichte ergibt: Denn ohne säkulare Gesellschaftsnormen, ohne konsequente Trennung von Staat und Religion, wird es nirgends auf der Erde Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit geben.

Dr. Michael Schmidt-Salomon, geboren 1967, ist freischaffender Philosoph und Schriftsteller, sowie Mitbegründer und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen die philosophischen Werke „Hoffnung Mensch“ (2014), „Jenseits von Gut und Böse“ (2009), „Leibniz war kein Butterkeks“ (2011) und „Manifest des evolutionären Humanismus“, die Streitschrift „Keine Macht den Doofen!“ (2012), der Roman „Stollbergs Inferno“ (2003) sowie die Kinderbücher „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ (2007), „Die Geschichte vom frechen Hund“ (2008) und „Susi Neunmalklug erklärt die Evolution“ (2009). Die Bücher von Michael Schmidt-Salomon wurden im deutschsprachigen Raum über 200.000mal verkauft, Übersetzungen erschienen u.a. in China, Südkorea, Griechenland, Polen und Schweden

Der Koran und die Juden

Arzu Toker

Arzu Toker

Samstag, 23. Mai 2015 - 15:55 Uhr

Seit meiner Kindheit hörte ich stets „Juden und Schweine sind die schlimmsten Plagen der Menschheit. Ein türkisches Sprichwort besagt: „Kannst dem Juden sein Leben nehmen, nicht aber sein Geld.“ Als Erwachsene in Deutschland erfuhr ich immer wieder, wie brutal die Juden in Israel gegen Palästinenser seien. Ich entdeckte auch, dass gerade die Juden die meisten Nobelpreisträger sind. Auf der Suche nach einer Antwort auf die Judenfeindlichkeit in der Türkei und in islamischen Ländern stieß ich auf die Vertreibung und Massaker an Juden durch Mohammed und schließlich auf die judenfeindlichen Verse im Koran. Da ich glaube, dass dies ein wesentlicher Hintergrund des Israel-Palästina-Konfliktes ist, und im allgemeinen zu wenig berücksichtigt wird, will ich darüber berichten.

Arzu Toker arbeitet als Schriftstellerin, Publizistin. In diversen Veröffentlichungen setzt sie sich kritisch mit dem Islam auseinander, 1998 erhält sie, zusammen mit Niki Eidneier den türkisch-griechischen “Abdi-Ipekci-Preis” für Frieden und Völkerverständigung. Sie übersetzte und überarbeitete das islamkritische Werk von Ilhan Arsel: Frauen sind eure Äcker. Zuletzt wurde von ihr veröffentlicht: Kein Schritt Zurück, Alibri Verlag

Dschihadistischer Islam und Friede in Afrika

Leo Igwe

Leo Igwe

Sonntag, 24. Mai 2015 - 10:10 Uhr

Vor kurzem wurden verschiedene Teile Afrikas von dschihadistischen Gruppen überfallen, die dafür kämpften, die Scharia einzuführen und einen islamischen Staat zu etablieren. Durch diesen Konflikt sind viele Menschen umgekommen. Es herrscht Unsicherheit und Angst in Nigeria, Mali, Kenia und Somalia. In Nigeria hat Boko Haram hunderte von Schülerinnen umgebracht und entführt. In Kenia haben die Al-Shabaab Miliz mehr als 140 Studenten getötet.
In seiner Präsentation wird Igwe folgende Fragen erforschen: Sind die Dschihad wirklich gegen den Frieden? Was stellen sich die Dschihad unter Frieden vor? Warum ist dschihadistischer Frieden unvereinbar mit säkularem Frieden, der im gegenwärtigen Afrika und der Welt so notwendig ist?

Leo Igwe ist Gründer der nigerianischen humanistischen Bewegung. Viel zu lang wurden verschiedene Menschenrechtsverletzungen gegen Atheisten und einzelne Theisten im Namen Gottes oder Allah von Politikern und anderen ungestraft ausgeübt. Das kommt besonders häufig in Afrika vor. Mit besonderem Nachdruck fordert er die atheistischen Organisationen auf, diese Missbräuche zu nennen und gegen sie anzugehen. Zur Erhaltung der Menschlichkeit.

Bruder Schimpanse, Schwester Bonobo: Grundrechte für Große Menschenaffen

Colin Goldner

Colin Goldner

Samstag, 23. Mai 2015 - 14:20 Uhr

Das Great Ape Project, initiiert 1993 von den Philosophen Paola Cavalieri und Peter Singer, beinhaltet die Forderung, die Großen Menschenaffen - Schimpansen, Gorillas, Orang Utans und Bonobos - aufgrund ihrer großen genetischen Ähnlichkeit mit dem Menschen und ihren ähnlich komplexen kognitiven, affektiven und sozialen Fähigkeiten bestimmte Grundrechte zuzuerkennen, die bislang dem Menschen vorbehalten sind: Das Grundrecht auf Leben, auf individuelle Freiheit und auf körperliche wie psychische Unversehrtheit, wodurch praktisch alle Fälle erfasst sind, die Menschenaffen in Bezug auf Menschen betreffen können: Jagd, Wildfang, Zirkus, Zoo, Tierversuche sowie Zerstörung ihrer Lebensräume. Renommierte Wissenschaftler, darunter Jane Goodall oder Richard Dawkins, wiesen überzeugend nach, dass die tradierte Ungleichbehandlung von Menschen und Menschenaffen im Lichte wissenschaftlicher Erkenntnis nicht länger haltbar und damit moralisch zu verwerfen ist. Als Menschen sind wir nicht die "Krone der Schöpfung", wie Religionen jeder Sorte behaupten, sondern durch evolutionäre Prozesse hervorgebrachte Organismen.

Dr. Colin Goldner ist klinischer Psychologe und Tierrechtsaktivist. Seit 2011 koordiniert er das Great Ape Project, das Grundrechte für Gorilla, Orang Utan & Co einfordert. Er gehört dem Beirat des IBKA an.

Zwei Meisterwerke der Weltkunst

Joachim Kahl

Joachim Kahl

Samstag, 23. Mai 2015 - 11:35 Uhr

Zwei Meisterwerke der Weltkunst - Tizians "Venus mit Spiegel" (1555) und Frida Kahlos "Gebrochene Säule" (1944) - philosophisch interpretiert. Sie verbildlichen Teilaspekte eines weltlich-humanistischen Menschenbildes.

Dr. Dr. Joachim Kahl, geb 1941 in Köln, freier Philosoph. Erfolgreichstes Buch: Das Elend des Christentums oder Plädoyer für eine Humanität ohne Gott ; 1968 u.ö. , Übersetzungen ins Englische, Japanische, Niederländische, Italienische. Aktuell: Weltlicher Humanismus. Eine Philosophie für unsere Zeit, LIT-Verlag, 5. Aufl, 2011. Näheres auf seiner Website.

Was Europa dem Islam verdankt

Rolf Bergmeier

Rolf Bergmeier

Samstag, 23. Mai 2015 - 10:55 Uhr

Im Zuge des Dauerthemas "Integration" und "Zusammenleben mit den Muslimen/Muslima" verweist der Vortrag auf die "goldenen Jahre" des 7. bis 14. Jahrhunderts und auf die Verdienste des arabischen Islam um die Sicherung der griechisch-römischen Kultur für Europa.Diese Verweise schaffen Gemeinsamkeiten und gegenseitiges Wohlwollen. Die Thematik ist in der Öffentlichkeit praktisch unbekannt, dennoch wissenschaftlich bestens abgesichert. Bergmeiers Referat dient dem Herausstellen historischer Gemeinsamkeiten.

Rolf Bergmeier, geb. 1940, verh., 2 Söhne, Agnostiker. Laufbahn: Bundeswehr; IT-Studium bei der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung; Systemanalytiker in der Software-Industrie. Studium der Alten Geschichte und Philosophie in Mainz. Seit 2000 Forschung im Bereich antike, christliche und arabische Kultur des Mittelalters. Veröffentlichungen seit 2009: „Requiem für die antike Kultur“, in: Aufklärung und Kritik, hrsg. von der Gesellschaft f. kritische Philosophie, 2009. „Konstantin und die wilden Jahre des Christentums. Die Legende vom ersten christlichen Kaiser“ 2010. „Schatten über Europa. Der Untergang der antiken Kultur“, 2012. „Christlich-abendländische Kultur. Über die antiken Wurzeln, den unterschätzten arabischen Beitrag und die Überbewertung der „Klosterkultur“. In Vorbereitung: „Karl. Wider die Glorifizierung des Gewöhnlichen“.

Wissenschaft, Amerika und Atheismus: Wie kann die Aufklärung schief gehen?

PZ Myers

PZ Myers

Freitag, 22. Mai 2015 - 20:00 Uhr

Anlässlich der diesjährigen International Atheist Convention in Köln wird PZ Myers drei Ideen diskutieren, die in der Aufklärung erblühten: Wissenschaft, Amerika und Atheismus. Er stellt die Frage, wie diese drei Ideen fehlschlagen konnten oder könnten und begründet dies damit, dass die Werte der Aufklärung aufgegeben wurden. Laut Myers bergen nicht die äußeren Einflüsse die größte Gefahr, sondern unser eigenes Versagen, die philosophischen Ideale zu verfechten.

Bei der Betrachtung von PZ Myers’ Blog "Paryngula" (der Begriff wird im Blog ausführlich erklärt), entdeckt der Leser sehr schnell, dass PZ Myers es mit Humor und Witz versteht, wissenschaftliche Erkenntnisse einleuchtend zu vermitteln. Der Untertitel des Blogs lautet "Evolution, Entwicklung und zufällige biologische Ergüsse von einem gottlosen Liberalen", womit auch schon einiges über den Autor ausgesagt wird.
PZ Myers ist Professor der Biologie in der Abteilung Wissenschaft und Mathematik an der Universität Minnesota, Morris.

Give Peace A Chance: Beinhaltet das das Recht auf Befehlsverweigerung?

Claude Singer

Claude Singer

Samstag, 23. Mai 2015 - 09:15 Uhr

Claude Singer ist ein französischer Freidenker, Mitglied des Vorstandes der Fédération Nationale de la Libre Pensée (FNLP).

Er wird die Teilnehmer der Convention unter dem Titel: "Give Peace A Chance: Beinhaltet das ein Recht auf Befehlsverweigerung?" über die Kampagne der französischen Freidenker zur Rehabilitierung der im ersten Weltkrieg hingerichteten Deserteure informieren. Ihre Zahl ist schwer zu schätzen, doch Historiker und amtliche Stellen reden von einer Zahl um die 650 Menschen. Die Kampagne will nicht nur an diese Opfer erinnern, sondern sie stellt die Frage: Ist die Ablehnung des Krieges ein Menschenrecht?

Kirchliches Arbeitsrecht in Deutschland verstößt gegen EU-Recht

Corinna Gekeler

Corinna Gekeler

Freitag, 22. Mai 2015 - 20:40 Uhr

Die Politologin ist Autorin des Buches "Loyal Dienen" – diskriminierendes Arbeitsrecht bei Caritas, Diakonie und Co.. Unter dem Titel "Diskriminierung durch kirchliche Arbeitgeber: Deutschland verstößt gegen EU- und UNO-Verträge" kritisiert sie die Dominanz kirchlicher Einrichtungen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsektor in Deutschland. Dort dürfen "Loyalitätspflichten" von den Beschäftigten verlangt werden, wie etwa die Kirchenmitgliedschaft.

In der EU-Vorgabe zum Antidiskriminierungsgesetz gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz auch für kirchliche Arbeitgeber. Nur in der deutschen Umsetzung werden diese ausgenommen. Dadurch werden Andersgläubige und Konfessionslose diskriminiert.

Im Parallelbericht zum Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland an den UN Antirassismusausschuss (CERD) argumentiert Corinna Gekeler, dass Deutschland diese rassistische Diskriminierung beenden muss.

Religion als Brandbeschleuniger

Carsten Frerk

Carsten Frerk

Samstag, 23. Mai 2015 - 15:00 Uhr

Carsten Frerk ist der Autor der Bücher "Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland", "Caritas und Diakonie in Deutschland" sowie des "Violettbuch Kirchenfinanzen". Er leitet für den IBKA das Projekt "Kirchen als politische Akteure".

In seinem Vortrag "Religion als Brandbeschleuniger" wird er darstellen, dass es Kriege und Konflikte aus verschiedenen – ökonomischen, ethnischen, militärischen, historischen, expansiven - Gründen auf der Welt gibt. Kommt zu einem dieser Gründe noch eine religiöse "Beimischung" oder "Unterlegung" hinzu, dann ist nach den Erkenntnissen der Friedens- und Konfliktforschung dieser Konflikt besonders brutal und gewalttätig: Religion wirkt als "Brandbeschleuniger".

Beispiele rund um die Welt zeigen, dass es dabei nicht nur das Christentum ist, sondern alle drei abrahamitischen Religionen, neben dem Christentum also noch der Islam und das Judentum, die nach dem Prinzip des "Auge um Auge, Zahn um Zahn" handeln. Die katholische Kirche, die in Deutschland ungestraft als die "größte Verbrecherorganisation aller Zeiten" bezeichnet werden kann, und die evangelikalen Kirchen sind dabei mit ihren Missionswerken besonders aggressiv und weltweit die Wurzeln vielen Übels. Dafür nennt der Vortrag Beispiele.