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Zwangsersatzunterricht an Düsseldorfer Berufskolleg

Schikane gegenüber Religionsfernen an der Elly-Heuss-Knapp Schule geht weiter

7. Februar 2018

Herr Gott nochmal
Grafik © Eva Creutz

Aus Beratungsanfragen der Schülerschaft des Elly-Heuss-Knapp Berufskollegs in Düsseldorf geht hervor, dass für Religionsferne nun das Fach "Praktische Philosophie" angeboten werden soll. Aber - ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt - selbstverständlich nicht zeitgleich zum Religionsunterricht, sondern erkennbar diskriminierend wieder Freitags in der siebten und achten Stunde. Wie der Leiter der AG Schule des IBKA, Rainer Ponitka, auch im "Junge Welt" - Interview vom 6. Februar ausdrückt, bedeutet dies für die aus ganz Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf zum Unterricht anreisenden Schülerinnen und Schüler eine immense Verlängerung des Tages, da sie so automatisch in die schlimmste Phase des Feierabendverkehrs geraten. Die schikanöse Behandlung der Lernenden geht also weiter!

Weiterführende Information:

Religionsunterricht am Berufskolleg in NRW - 15. Dezember 2018

Elly-Heuss-Knapp Schule, die Zweite - 30. Januar 2018

Elly-Heuss-Knapp Schule, die Zweite

Einschränkung von Grundrechten an staatlichem Berufskolleg in Düsseldorf

30. Januar 2018

widdewidde wie sie mir gefällt ...
Foto © privat

Im Dezember schrieb die AG Schule einen offenen Brief an den Schulleiter Ludger Traud der Elly-Heuss-Knapp Schule in Düsseldorf. Er erhielt die Chance zur Äußerung, ob und wie er in seiner Einrichtung die absolute Freiwilligkeit der Teilnahme am konfessionellen Religionsunterricht gewährleistet.

Traud bat per E-Mail um mehr Zeit für die Beantwortung - der ursprünglich ihm gesetzte Termin war der 8. Januar 2018. Ihm wurde eine Fristverlängerung bis zum 23. Januar gewährt, die er aber ungenutzt verstreichen ließ.

Statt dessen erhöhen sich die Beratungsanfragen aus der Schülerschaft.
Tatsächlich werden derzeit vom RU abgemeldete und volljährige Schüler genötigt, zu der Zeit des Religionsunterrichtes - auch wenn dieser am Anfang oder Ende des Schultages liegt - im Schulgebäude zu verbleiben und sich pünktlich an- und abzumelden!

Reli? ... und tschüss!

Religion ist kein Unterricht
© IBKA

An etlichen Schulen in Deutschland ist der klare Protest von Schülern und Eltern nötig, denn es gibt immer noch Schulleiter, die – teilweise offensichtlich absichtlich – gegen die bestehende Rechtsprechung verstoßen und Schülern, die sich vom Religionsunterricht abmelden wollen, Steine in den Weg legen. Rainer Ponitka schildert in seinem Artikel in der MIZ 3/17 einige Beispiele und zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, sich zu widersetzen.

Religionsunterricht am Berufskolleg in NRW

Erschwernisse bei der Abmeldung von einem freiwilligen Fach

Reli? Und tschüss!
Foto/Montage © Margit Strott-Heinrich/Rolf Heinrich

Seit nunmehr zehn Jahren liegt der Schwerpunkt der Arbeit der AG Schule des IBKA in der Beratung von Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern, wenn es in der Schule Probleme mit der Nichtteilnahme am konfessionellen Religionsunterricht geht.

Die meisten Beratungen waren und sind notwendig in der Primarstufe (Grundschule) sowie der Sekundarstufe I (bis incl. Klasse 10).

Doch auch in der Sekundarstufe II von Berufsschulen scheinen den Religionsunwilligen unangenehme Hürden in den Weg gestellt zu werden: seit nunmehr fünf Jahren berät die AG Schule Schüler des Düsseldorfer Berufkollegs "Elly-Heuss-Knapp Schule"; und gerade in den letzten Wochen häufen sich die Beschwerden der Schülerinnen und Schüler.

Da es unseriös scheint, sich vorgebrachte Vorwürfe hinsichtlich der Einschränkung des Grundrechts auf Religionsfreiheit sowie der unbedingten Freiwilligkeit des Religionsunterrichtes auf der Basis des "Hörensagen" zu Eigen zu machen, hat die AG Schule dem Schulleiter des Kollegs einen offenen Brief geschrieben, in der sie ihn zum Thema der Wahrung der unbedingt freiwilligen Teilnahme am Religionsunterricht bis zum 8. Januar 2018 um Stellungnahme bittet.

Der offene Brief steht hier als pdf zum download bereit.

Miteinander lernen im Religionsunterricht?

Die SPD-Fraktionsbeauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften Kerstin Griese hält gegenüber dem Deutschlandfunk den Religionsunterricht für wichtig, damit Kinder „miteinander und voneinander lernen“.

Da stellt sich doch die Frage, wie dafür ein Unterricht besonders geeignet sein soll, der die Kinder nach Konfessionen trennt? „Miteinander und voneinander lernen“ ist eigentlich nur möglich, wenn Kinder verschiedener Konfessionen gemeinsam über Religionene und Weltanschauungen unterrichtet werden.

Ein solcher Unterricht kann dann logischerweise auch nicht mehr konfessionsgebunden sein. Der Haken dabei: Ein solcher Unterricht rührt an einem Privileg der Kirchen. Und sowas geht aus Sicht kirchennaher Politiker natürlich gar nicht. Also bemüht man lieber jedes noch so unsinnige Argument, um das bestehende System zu verteidigen und versucht mit der Einrichtung eines islamischen Religionsunterrichts die Muslime in dieses System zu integrieren. Wohlgemerkt: Integriert werden sollen die islamischen Organisationen, die Kinder dagegen werden nach „ihrer“ Religion (sprich: der ihrer Eltern) getrennt.

NRW-Atheisten wollen bekenntnisfreie Regelschule

Pressemitteilung vom 11. Juli 2017

(Overath) Am vergangenen Samstag, dem 8. Juli 2017, sprach sich die nordrheinwestfälische Landesversammlung des IBKA (Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten) in Köln einstimmig für eine flächendeckende staatliche Regelschule in Form der bekenntnisfreien Schule aus.

„Die bekenntnisfreie Schule ist nach unserem Grundgesetz die Schule, in der der Religionsunterricht kein ordentliches Lehrfach ist, also nicht aus den Taschen aller Steuerpflichtigen bezahlt wird“, sagt Landessprecher Rainer Ponitka. „Der konfessionelle Religionsunterricht ist ein Privileg der Glaubensgemeinschaften, die hierüber ausnahmsweise in den staatlichen Bereich wirken dürfen. Dieses Privileg bereitet enorme Probleme – wie die separate Unterrichtung der Lernenden nach Glaubensangehörigkeit, die rechtswidrige Beaufsichtigung der Nichtreligiösen zur Zeit des Religionsunterrichtes, z.B. im Unterricht anderer Klassen, sowie immense Kosten für die Lehrerausbildung nebst Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur.“

Ein offener Brief zum Neutralitätsgesetz

Der Landesverband Berlin-Brandenburg des IBKA hat an die Linksfraktion und die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin sowie den Justizsenator und den Kultursenator einen offenen Brief gesandt, in dem wir den Erhalt des Neutralitätsgesetzes fordern. Antworten kamen vom Justizsenator und von den Grünen. Sie lassen befürchten, dass um das Neutralitätsgesetz von Neuem gekämpft werden muss.

Dabei handelt es sich bei diesem Gesetz keinesfalls um ein pauschales Verbot bestimmter religiöser Symbole oder gar des Glaubens, sondern fordert lediglich, dass Lehrer/innen stundenweise darauf verzichten, in Grund- und weiterführenden Schulen für ihren Glauben zu demonstrieren. Dies gilt für alle Glaubensrichtungen und Weltanschauungen gleichermaßen, diskriminiert also niemanden. Wer unbedingt im Unterricht religiöse Symbole tragen möchte, kann dies an Berufsschulen tun, ist also auch nicht an der Berufsausübung gehindert. Von "Verstaatlichung der Persönlichkeit" oder einem Glaubensverbot kann nicht die Rede sein.

Offenbar wollen die betroffenen Lehrerinnen aber die Erlaubnis durchsetzen, Kinder bereits in der Schulanfangsphase zu missionieren. Sie möchten das Denken der Kinder möglichst frühzeitig beeinträchtigen und ignorieren dabei das Recht der Kinder auf Religionsfreiheit.

Dass der Senat, dass Linke und Grüne sie dabei unterstützen, ist bestürzend. Die jetzt aktiven Politiker haben offensichtlich nicht begriffen, welchen Wert das Neutralitätsgesetz für unser aller Zusammenleben hat - in einer Stadt mit etwa 250 Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und einem Anteil Konfessionsfreier von zwei Dritteln an der Gesamteinwohnerschaft.

Verhandlungen mit Ditib zum Islamunterricht beenden

Pressemitteilung vom 09.08.2016

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) fordert die Beendigung jeglicher staatlicher Zusammenarbeit und weiterer Verhandlungen mit dem Verein Ditib (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) zum Islamunterricht.

"Die Bundesländer haben beträchtliche Anstrengungen zur Einführung des islamischen Religionsunterrichts unternommen. Über die Ditib erhält der türkische Ministerpräsident – der Menschenrechte und Pressefreiheit mit Füßen tritt – ein Mitbestimmungsrecht über die Unterrichtsinhalte in deutschen Klassenzimmern. Dies steht exemplarisch für eine grundsätzlich verfehlte Bildungspolitik zu Religions- und Weltanschauungsfragen" sagt Rainer Ponitka, Sprecher der AG Schule des IBKA.

Vortrag "Religion ist kein Unterricht"

Sonntag, 3. Mai 2015
13:30 Uhr
Kreisgeschäftsstelle der Partei "DIE LINKE"
Zülpicher Str. 58
50674 Köln

Rainer Ponitka liest aus "Konfessionslos in der Schule – ein Ratgeber" mit anschliessender Diskussion.

Veranstalter: Landesarbeitsgemeinschaft Laizismus der Partei DIE LINKE in NRW,
Regionalgruppe Köln/Bonn.

Glaubensvermittlung versus Bildungsauftrag – Gehört bekenntnisorientierter Religionsunterricht in die Schule?

Podiumsdiskussion

am 15. April 2015 um 20:00 Uhr
im SAALBAU Südbahnhof (Kleiner Saal), Hedderichstraße 51, 60594 Frankfurt am Main.
Veranstalter: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hessen und ihre Landesarbeitsgemeinschaft Säkulare Grüne

Es diskutieren:

    Mathias Wagner, Fraktionsvorsitzender und Bildungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion im Hessischen Landtag

    Ismail Tipi, Mitglied der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Vorsitzender des Landesfachausschusses Integration

    Christina Wöstemeyer, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover

    Rainer Ponitka, Sprecher der Kampagne „Reli Adieu!“, Herausgeber des Buches „Konfessionslos in der Schule – Ein Ratgeber“

Moderation: Marcus Bocklet, MdL, Sozialpolitischer Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion, Vorsitzender der Enquetekommission "Kein Kind zurücklassen - Rahmenbedingungen, Chancen und Zukunft schulischer Bildung in Hessen"