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Studie belegt Diskriminierungen im kirchlichen Arbeitsrecht

Sachbuch 'Loyal Dienen' erschienen

Religiös motivierte Diskriminierungen in Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft sind weit verbreitet und prägen Bewerbungsprozesse, Arbeitsalltag und Privatleben der Beschäftigten. Das belegt die vom IBKA ermöglichte Studie Loyal Dienen von Corinna Gekeler. Die Studienleiterin zeigt auf, dass das immer wieder vorgebrachte Selbstbestimmungsrecht keineswegs jegliche Diskriminierung legitimiert. Sie weist Möglichkeiten aus, wo Veränderungen durchsetzbar erscheinen und stellt Akteure vor, die diese aufgreifen.

Die Studie stellt 35 exklusive und weitere aus den Medien sowie aus Urteilen bereits bekannte Fälle vor. Aus den konkreten Berichten wird deutlich, dass von den Diskriminierungen alle Ebenen und Berufsgruppen betroffen sind, von Leitungskräften bis zu Praktikanten. Für die Angestellten bedeuten die Regelungen, dass sie auf Grundrechte wie die Religionsfreiheit verzichten und gegen die "Loyalitätspflichten" verstoßendes Verhalten verheimlichen müssen. In katholischen Einrichtungen zählen dazu u.a. das Eingehen einer neuen Partnerschaft nach einer Trennung oder die Verpartnerung eines gleichgeschlechtlichen Paares. Dort wo Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft auf konfessionslose und andersgläubige Arbeitnehmer zurückgreifen müssen, haben diese nur stark eingeschränkte Aufstiegschancen. Die Situation trifft bei den Arbeitnehmern auf keinerlei Verständnis, denn Ärztinnen, Pflegern oder IT-Fachleuten erscheint es nicht nachvollziehbar, warum sie bei vorhandener fachlicher Qualifikation eine Arbeitsstelle aufgrund z.B. fehlender Kirchenzugehörigkeit nicht antreten dürfen bzw. ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn sie bestimmte Grundrechte in Anspruch nehmen.

Im zweiten Abschnitt stellt die Studie die rechtlichen Grundlagen nachvollziehbar dar und zeichnet die kirchenfreundliche Rechtstradition nach. Das ermöglicht einen Überblick über die Rechtssituation und die Entwicklungen, zum Beispiel durch die jüngste Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Die Autorin sprach außerdem mit zahlreichen Bundes- und Europapolitikern und Gewerkschaftsvertretern über deren Veränderungsbedarf und mögliche Strategien.

Die Ergebnisse der Studie sind als Sachbuch erschienen. Weitere Information über die Kampagne "Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz" finden Sie auf der Webseite der Kampagne.

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