Ausgewählte Texte

Texte nach Themen

Regionen und AGs

Presse

Andere Informationsquellen

Diskussion

Über diese Seiten

Stellenwert des und Herausforderungen an den Säkularismus in Kroatien, Vorstellung des Center for Civil Courage

Nada Peratović

Nada Peratović

Freitag, 22. Mai 2015 - 16:30 Uhr

Die Juristin, feministische und humanistische Aktivistin Nada Peratović gründete und ist bis heute die Präsidentin des "Center for Civil Courage". Nada Peratović ist auch die Repräsentantin der Atheist Alliance International (AAI) im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) sowie Autorin des Buches "Humanismus für Kinder".

Ihr Vortrag wird den Stellenwert des Säkularismus in Kroatien beleuchten, insbesondere die daraus resultierenden Herausforderungen für nichtreligiöse Menschen. In Kroatien, einst eine der Republiken des sozialistischen Jugoslawiens, war der Atheismus staatlich vorgeschrieben. Mitte der Achtziger wurden die Religionsfreiheiten stärker – in den Neunzigerjahren sahen sich über 86 Prozent der Menschen als Katholiken (und Kroaten). Leute, die dem Normativ "Kroate-katholik" nicht entsprachen, hatten es nicht leicht. Es folgte der Krieg und die Nachkriegszeit, die Rezession.

Vier Konkordate mit Kroatien sichern der katholischen Kirche ein Vermögen und eine wichtige Stellung im politischen Leben Kroatiens – insbesondere im Schulwesen. Die Kirche zahlt keine Steuern, großer Grundbesitz wurde der Kirche zurückgegeben und sie bekommt staatliche Gelder. Die Kirche ist ein wichtiger Mitstreiter in der Politik.

Seit Neuestem werden atheistische, nicht-religiöse, wissenschaftliche und säkularistische Bewegungen in Kroatien sichtbar – die Leute haben von der religiösen "Nötigung" genug. Die Kirche mischt sich überall ein. Immer mehr Leuten missfällt dies.

Peratović benennt das größte Problem: die Politik: selbst Parteien und Personen, die einem säkularen Gedankengut nahe stehen, untergraben die oben beschriebenen Bewegungen, so dass nichtreligiöse Menschen keinen starken Mitstreiter in der Politik vorweisen können und sich nur auf sich selbst, die Zivilgesellschaft, NGO’s sowie auf die eigene Zivilcourage bauen können.