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NRW-Atheisten: Tanzverbot am Karfreitag muss fallen

Pressemitteilung vom 18.04.2011

Konfessionslose kritisieren Ministerpräsidentin Kraft

"Das Bestehen der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf dem Tanzverbot am Karfreitag ist ein Affront gegen die nicht-religiöse Bevölkerung. Das Feiertagsgesetz Nordrhein-Westfalen verbietet am Karfreitag Tanzveranstaltungen und sogar private Feiern ausserhalb der eigenen vier Wände. Das ist in etwa so, als würde an einem 'Tag der Vernunft' den Gläubigen die Religionsausübung außerhalb der eigenen Wohnung untersagt", sagt Rainer Ponitka, NRW-Sprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA).

Das Gesetz über die Sonn- und Feiertage (Feiertagsgesetz NW) verbietet in § 6 (3) 2 alle nicht öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen bis zum nächsten Tag 6 Uhr; § 7 (1) verbietet öffentlichen Tanz am Gründonnerstag ab 18 Uhr. Auch wenn diese Veranstaltungen die Andacht der Religiösen weder räumlich noch akustisch stören.

Ponitka weiter: "Feiertage sollen der Erholung und Entspannung dienen. Diese findet man durchaus auch im Besuch von Tanz, Theater und Oper. Einen Feiertag unter ein religiöses Motto zu stellen und seine Einhaltung durch den Einsatz von Ordnungsämtern und Gerichten zu erzwingen, ist nicht mehr zeitgemäß. Immer mehr Menschen treten aus den Kirchen aus; selbst Konfessionsangehörige interessieren sich immer weniger für die Inhalte ihrer Religionen. Ein Fall des Tanzverbotes an sogenannten 'Stillen Tagen' ist längst überfällig."

Hintergrund:

Nach Aufführungsverboten in Düsseldorf, Essen und Krefeld forderte der Landesvorsitzende der NRW-Grünen, Sven Lehmann, die Abschaffung des Verbotes von Unterhaltungsveranstaltungen an kirchlichen Feiertagen wie Karfreitag. Kirchen und SPD lehnen die Idee ab.

Weiterführende Links:

Das Gesetz über die Sonn- und Feiertage (Feiertagsgesetz NW)

Der Westen - 28.03.2011 - Stadt Essen verbietet Oper im Aalto-Theater am Karfreitag

RP-Online - 31.03.2011 - Streit um Theater an Karfreitag

WZ-Newsline - 14.04.2011 - Stiller Karfreitag nicht zeitgemäß?

RP-Online - 15.04.2011 SPD will Feiertagsruhe besser schützen

domradio - 15.04.2011 „Auf Feiertage nicht verzichten“ - NRW-Regierung und Kirchen lehnen Vorstoß gegen Karfreitag ab

Über den IBKA

Im IBKA haben sich nichtreligiöse Menschen zusammengeschlossen, um die allgemeinen Menschenrechte - insbesondere die Weltanschauungsfreiheit - und die konsequente Trennung von Staat und Religion durchzusetzen. Wir treten ein für individuelle Selbstbestimmung, wollen vernunftgeleitetes Denken fördern und über die gesellschaftliche Rolle von Religion aufklären.

Ansprechpartner für die Medien:

Rainer Ponitka
IBKA e.V., Landessprecher NRW
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Tel.: +49 (0)2206 8673261
E-Mail: rainer.ponitkaSpamschutzBitteEntfernen@ibka.org
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