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Wie aus fremden Schmerzen eigenes Geld wird

Pressemitteilung vom 13.10.2003

Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) fordert Medien zu kritischer Berichterstattung über Mutter Teresa auf

Am 19. Oktober will Papst Johannes Paul II. Mutter Teresa selig sprechen. Es mag manche Zeitgenossen, Christen wie Nichtchristen, geben, die an den "Wundern", die durch Mutter Teresa geschehen sein sollen, zweifeln. Diese Zweifel werden aber gerne beiseite geschoben, denn der "Engel aus Kalkutta" hat doch so viel Gutes getan ... wäre es nicht kleingeistig, hier mit den Mitteln rationaler Kritik vorzugehen?

Der IBKA hält im Falle Mutter Teresas kritisches Nachfragen indes für sehr berechtigt: wer hat denn je eine Bilanz gesehen, in der der von Mutter Teresa gestiftete Orden nachwies, wie viele der eingesammelten Spenden er für "gute Zwecke" eingesetzt hat?

Veröffentlichte Daten sind aus Indien sowenig bekannt wie aus Deutschland. Zahlen aus Großbritannien für 1991 zeigten indes Einnahmen in Höhe von 5.3 Millionen DM an - im Gegensatz zu 360.000 DM Ausgaben. Landete das meiste des zugunsten "guter Zwecke" gesammelten Geldes letztlich auf den Konten des Vatikan für ganz andere Zwecke?

Für Mutter Teresa war der Schmerz "das schönste Geschenk für den Menschen", weil er so, "am Leiden Christi teilnehmen kann." Der Ideologie Mutter Teresas folgend ging es nicht um "die Armen" selbst. Es ging um die Seelen der Armen, und diese sollten den Schmerz fühlen. Mit der Taufe und damit der Rettung der Seele war das Interesse Mutter Teresas am Menschen erledigt.

Ging es indes um die "diesseitige Welt", hieß es sparen: folgerichtig z.B. an schmerzmildernden Medikamenten für die Armen. Die englische Tageszeitung "The Guardian" sah in den Sterbehospizen des Ordens eine "organisierte Form unterlassener Hilfeleistung."

Und diese Frau erscheint dem jetzigen Papst so vorbildlich, dass er sie selig sprechen möchte? Ja, und dies ist schlüssig. Derselbe Papst hatte ja bereits den Schmerzen liebenden "Opus Dei"-Gründer Jose Maria Escrivar ("Gesegnet sei der Schmerz. - Geliebt sei der Schmerz. - Geheiligt sei der Schmerz ... Verherrlicht sei der Schmerz!") heilig gesprochen.

"Die Seligsprechung der Mutter Teresa ist ein folgerichtiges Ereignis zur Feier des 25jährigen Pontifikats des jetzigen Papstes" so der Verleger und Publizist Gunnar Schedel. "Dieser Papst hatte keine Probleme damit, enthusiastische Anhänger und Vertreter der faschistischen Regime Kroatiens und der Slowakei posthum zu ehren, und Mutter Teresa verstand sich als 'Freundin' des haitianischen Diktators 'Baby Doc' Duvalier und hielt Demokratie für ein Teufelswerk - insofern sind beide aus demselben Holz."

Seit kurzem ist die Informationsseite www.mutter-teresa.info online. Hier finden sich Texte, die das fehlende humanitäre Engagment des Ordens ebenso beleuchten wie die Methoden der Zwangstaufe und illegale Adoptionspraktiken seitens der Schwestern.

Ausdrücklich möchte der IBKA ferner auf das online verfügbare, englischsprachige Buch "Mother Teresa - The final verdict" des indischen Autors Aroup Chatterjee verweisen: http://www.meteorbooks.com

Eine kurze Übersicht des Buches ist unter www.vedamsbooks.com/no30322.htm einsehbar.

Notker Bakker