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Soziale Projekte unterstützen

Selbstbestimmt zu leben, ist eines der zentralen Ziele von Konfessionslosen und Atheisten. Doch dafür bedarf es einer materiellen Grundlage, ausreichender Bildung und manchmal auch Unterstützung. Deshalb fördert der IBKA soziale Projekte im In- und Ausland, die auf nicht-religiöser Grundlage arbeiten.

Zum Beispiel: Indien
In Vijayawada in Südindien befindet sich das Atheist Centre. Unter seinem Dach sind mehrere medizinische und soziale Projekte vereint. Vor allem Frauen und vom Kastensystem benachteiligten Menschen wird hier geholfen.
Zum Beispiel: Türkei
In Çatalca bei Istanbul hat der atheistische Schriftsteller Aziz Nesin eine von ihm gegründete Stiftung angesiedelt. Sie gewährleistet Kindern eine schulische und berufliche Ausbildung ohne religiösen Einfluss.
Zum Beispiel: Deutschland
Im Hunsrück liegt das Anwesen des Dörrwies e. V. Dort leben Behinderte und Nichtbehinderte zusammen und betreiben eine kleine Landwirtschaft.

Soziale Dienste - ohne Religion

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e. V. (IBKA) will, dass alle Menschen selbstbestimmt leben können. Deshalb unterstützt er Projekte in aller Welt, die dazu beitragen die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Derzeit sind es drei Einrichtungen, für die sich der IBKA besonders einsetzt.

Atheist Centre, Vijayawada

1940 gründeten der indische Philosoph Gora und seine Frau Saraswathi Gora das Atheist Centre als eine Institution für sozialen Wandel. Ziel war es, durch säkulare Sozialarbeit einen alternativen Lebensstil im humanistischen Sinne zu entwickeln. Dazu bieten die unter dem Dach des Atheist Centre versammelten Projekte sozialpsychologische Beratung an, die vor allem von Frauen und Jugendlichen, die in der traditionsgebundenen indischen Gesellschaft am meisten unter den Kasten- und Religionsschranken zu leiden haben, genutzt werden. Die Aufhebung der Kastenunterschiede und der "Unberührbarkeit" sind ein weiterer Schwerpunkt dieser Tätigkeit. Die Programme für Bildung und Aufklärung die wissenschaftliche Betrachtungsweise und rationales Denken, da in Indien Wunderglaube noch weit verbreitet ist. Ebenso wichtig ist die Vermittlung von Wissen über Gesundheit, Sexualität und Familienplanung. Das Atheist Centre veranstaltet zu diesem Zweck Wanderausstellungen und gibt Druckschriften heraus. Ganz praktische Hilfe wird mit ländlichen Entwicklungsprogrammen geleistet. Über 150 Dörfer profitieren von dieser Arbeit; auch hier steht die Besserstellung von Frauen und die Rehabilitierung der durch das Kastensystem Diskriminierten im Vordergrund.

Aziz-Nesin-Stiftung, Çatalca

1972 wurde die Aziz-Nesin-Stiftung gegründet. Der atheistische türkische Schriftsteller hatte die Einrichtung ins Leben gerufen, um bedürftigen Kindern eine geregelte Schullaufbahn und Ausbildung zu ermöglichen. Derzeit werden von der Stiftung, die ihren Sitz in Çatalca/Istanbul hat, 34 Kinder betreut; die jüngeren leben in der Stiftung und besuchen öffentliche Schulen, die älteren wohnen in von der Stiftung angemieteten Wohnungen und studieren an der Universität. Die Erziehungsprinzipien hatte Aziz Nesin in seinem Buch Angst vor der Angst niedergelegt; zentral ist die Vorstellung, dass die Kinder zur Selbstverantwortlichkeit erzogen werden sollen und in diesem Prozess möglichst große Freiräume haben. Für die Zukunft ist die Gründung einer eigenen Grundschule geplant, außerdem soll zur Pflege des Werkes von Aziz Nesin ein Museum eingerichtet werden. Schon heute bemüht sich die Stiftung, die nachgelassenen Texte Nesins nach und nach zu publizieren. Aus den Zahlungen für die Urheberrechte an seinen Büchern deckt sich derzeit übrigens zu einem großen Teil der Haushalt der Stiftung.

Dörrwies e. V., Morbach

1982 hat der Verein das Heim (für geistig behinderte Menschen) in Morbach im Hunsrück von den Anthroposophen übernommen. Das Anliegen ist seither, den typischen Heimcharakter abzuschaffen und für die Selbstbestimmung aller dort lebenden Menschen einzutreten. Behinderte und Nichtbehinderte, Erwachsene und Kinder leben in einer Gemeinschaft frei von Religion und Spiritualität, arbeiten und lernen im Haushalt oder in der ökologisch orientierten Landschaftspflege und in der Gärtnerei für die Selbstversorgung. Das Verhältnis von Betreuern und Betreuten unterscheidet sich von herkömmlichen Einrichtungen dadurch, dass die geistig behinderten Personen an allen Entscheidungen beteiligt sind und aus der dadurch enstehenden Freiheit auch Stärke und Selbstbewusstsein schöpfen. So können die Männer und Frauen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen. Wir streben eine herrschaftsfreie Gesellschaft an, in der alle Menschen gleichberechtigt und ohne Diskriminierung leben können. Dazu werden von den politisch Aktiven gesellschaftskritische Seminare und Veranstaltungen durchgeführt und von Zeit zu Zeit in Printmedien oder auch im Internet veröffentlicht. Die hier lebenden Menschen sind interessiert an einer (internationalen) Vernetzung ähnlicher Initiativen durch Austausch von Informationen und auch Menschen in Form von gegenseitigen Besuchen.