IBKA-Infostand 18. Juni 2016 in Hildesheim

An unserem Infostand am 18.06.2016 fanden sich etliche Hildesheimer ein, die sich über die Aktivitäten des IBKA informieren wollten. Zeitweilig von zwei Seiten eingerahmt von eifrigen christlichen Missionierern, die teils laut schreiend die Bibel rezitierten, versuchten wir, dem etwas entgegen zu setzen, was in einigen guten Gesprächen auch gelang. Unser Anliegen, die Trennung von Staat und Kirchen, stieß auf viel Zustimmung. Aber auch andere Themen wie Kirchenfinanzierungen und kirchliches Arbeitsrecht wurden angesprochen. Eine Kirchenmitarbeiterin sah ihre von Kündigung bedrohte Situation ganz nüchtern: "Wenn ich nicht mehr für die Kirche arbeite, kann ich endlich austreten" - und nahm einige unserer Kirchenaustritts-Flyern für Kollegen mit.

IBKA-Infostand 1. Maifest 2016 in Hannover

Wie in den letzten Jahren war der IBKA wieder mit einem Stand neben dem Rathaus auf der DGB-Kundgebung in Hannover vertreten.

Das von uns aufgegriffene Thema des Kirchenarbeitsrechts schien kein Problem für die Veranstaltungsbesucher zu sein. Stattdessen waren Themen wie Kirchenaustritt und die Ziele des IBKA Anlass für zahlreiche Gespräche. Eine beliebte Aussage war: "Ich bin aus der Kirche ausgetreten. Damit habe ich nichts mehr zu tun". Wenn diese Leute dann hörten, welchen Einfluss die Kirchen weiterhin auf ihr Leben haben und welche beträchtlichen Summen die Kirchen aus dem Staatshaushalt erhalten, war das Erstaunen groß.

Interessant war die Beobachtung, dass einige Standbesucher das Gespräch mit uns mit den Worten "Ich bin erst am Stand vorbei gegangen, habe darüber nachgedacht und musste zurückkommen, um nachzufragen" begannen. Im Vergleich zu bisherigen Infoveranstaltungen ist das grundsätzliche Interesse am IBKA aufgefallen. Unser Hinweis auf unseren regelmäßigen Stammtisch im Café Konrad wurde gern aufgegriffen. Wir sind gespannt, ob wir am nächsten Freitag zahlreiche neue Gesichter sehen werden.

Über den Tag verteilt waren sechs Aktive am Stand präsent. Besonders gefreut hat uns, dass IBKA-Mitglied Dragan Pavlovic aus Hessen seine Reise unterbrach, um am Stand mitzuhelfen.

Foto vom Stand

Bochum: Filmfest am Karfreitag gegen das Feiertagsgesetz

Always Look On The Bright Side Of Life

Die Initiative "Religionsfrei im Revier" veranstaltet am Karfreitag, 25. März 2016, ein Filmfest gegen religiöse Bevormundung durch das Feiertagsgesetz und zeigt neben zwei weiteren Streifen zum vierten Mal in Folge den Kultklassiker "Das Leben des Brian", weil die Aufführung unter anderem dieses Filmes am Karfreitag nicht gestattet ist. Weitere Infos zum Filmfest gibt es hier. Die übliche "Religionsfreie Zone" des IBKA im Kino des Kölner Filmhaus findet in diesem Jahr nicht statt.

Wer sich also am "Stillen Feiertag" keine Trauer verordnen lassen will, findet Gleichgesinnte im Riff, Konrad-Adenauer-Platz 3 in Bochum.

Herzrasen kann man nicht mähen

Neu auf dem IBKA-YouTube-Channel

HerzrasenIm Rahmen seiner letzten Mitgliederversammlung veranstaltete der IBKA im Oktober 2015 seinen ersten Science-Slam in Frankfurt am Main. Eingeladene Slammer waren unter anderem Dr. Kai Kühne zum Thema "Politische Arbeitsrechtsprechung", Johannes von Borstel steuerte einen Beitrag mit dem Titel "Herzrasen kann man nicht mähen" bei, und Claudia Courts fragte "Schwanger werden mit Fledermauskot?"

Der Video-Mitschnitt von Evelin Frerk steht nun für Interessierte auf dem IBKA-YouTube-Channel bereit.

Viele Fußballfans - wenig Interesse am Kampagnentag - "3. IBKA-Aktion 2015" in Hannover

Ein schöner Herbsttag, dieser Samstag, 12. September 2015 auf dem "Platz der Weltausstellung" in Hannover.

Gegen 11:00 Uhr hatten wir unseren Infostand aufgebaut. Anfangs traten einige PassantInnen heran, suchten das Gespräch und nahmen auch die Infos gern mit: Die Broschüre "Mein Ende gehört mir!" der seit Oktober 2014 laufenden Kampagne der DGHS, der gbs und des IBKA gegen ein Verbot der Sterbehilfe (s. a. Widerstand gegen ein Verbot der Sterbehilfe wächst), die Flyer des IBKA Niedersachsen-Bremen "Kirchenaustritt leicht gemacht" und des IBKA "Säkular? Na klar!". Andere Menschen kamen zu uns heran, nur um uns freundlich zu begrüßen, ihre Zustimmung auszudrücken und viel Erfolg zu wünschen. Immer wieder gesellten wir uns auch zu den Vorübergehenden und boten ihnen unsere Infos an, mit Erfolg.

Mittlerweile strömten immer mehr Gruppen von Fußballfans vom Bahnhof aus an uns vorbei in Richtung Stadion, zum Spiel "Hannover 96" und "Borussia Dortmund". Es war dann fröhlich laut, der Einzugsbereich bei unserem Infostand voller Menschen. Bis zum Ende unserer Aktion gegen 15 Uhr ergaben sich angesichts des Gedränges und des Geräuschpegels nur noch wenige Gesprächsgelegenheiten zu diesem hochsensiblen Thema "Sterbehilfe".

Das Fazit von uns sechs Aktiven, die wir durchgängig vor Ort waren: Das war ein guter Aktionstag, gerade deshalb, weil er so war, wie er war - und so freuen wir uns schon jetzt auf unsere "4. IBKA-Aktion 2015" am Samstag, 24. Oktober 2015 (mit Blick auf den Reformationstag) in Hannover, dann mit dem Schwerpunkt "Luther - beim Wort genommen".

Text: Dr. Ingeborg Wirries, Ronnenberg
Foto: Petra Bruns, Hildesheim

Science Slam in Frankfurt am Main

Café 1 in der FH Frankfurt/Main
Nibelungenplatz 1

Veranstaltungsbericht: Herzrasen gewinnt Herzschlagfinale

Der Science Slam: Die etwas andere Art der Wissensvermittlung

Im Café 1 der FH Frankfurt/Main treten am 17. Oktober um 20 Uhr sechs Wissenschaftler_innen gegeneinander an. Wem wird es gelingen, die eigene Forschung in einem kurzen, verständlichen, aber vor allem auch unterhaltsamen Vortrag vorzustellen? Was in Deutschland lange Zeit verpönt war, Wissenschaft spannend, gar mit Humor vorzutragen, wird nun endlich gesellschaftsfähig. Denn zu oft fiel uns in ermüdenden Vorlesungen und Seminaren der Kopf auf den Tisch...

7 Wissenschaftler_innen – eine Biologin, ein Physiker, ein forensischer Genetiker, ein Medienwissenschaftler, ein Sozial- und Rechtspsychologe, ein Chemiker und eine Pharmazeutin – werden gegeneinander antreten.

Hier entscheidet das Publikum, bewertet die Vorträge und wählt so den Sieger oder die Siegerin des Abends.

Veranstaltet vom IBKA

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"Give Peace A Chance" - 3

Bericht vom dritten Tag der International Atheist Convention, 24. Mai 2015

von Carlos Zydorek und Jan Hedrich

Der dritte und letzte Tag der Convention begann mit einem Beitrag über die bayrische Feiertagsgesetzgebung, unter anderem gefolgt von Referaten zum Dschihad in Afrika sowie einem Vergleich der "gottlosen" Verfassung der USA mit der tatsächlichen Verquickung von Staat und Religion und der daraus resultierenden Tätigkeit der "Freedom From Religion Foundation" (FFRF).

Assunta Tammelleo

Assunta Tammelleo

Auf die besondere Feiertagsgesetzgebung in deutschen Bundesländern und im Speziellen in Bayern machte Assunta Tammelleo vom "Bund für Geistesfreiheit" (bfg) München aufmerksam.

Zunächst stellte sie dar, dass an den sogenannten stillen Feiertagen, wie beispielsweise an Karfreitag, öffentliche Tanzveranstaltungen gesetzlich verboten seien, selbst wenn sie in geschlossenen Räumen stattfänden und alle üblichen Lärmauflagen einhielten. Um gegen diese den Anders- und Nichtgläubigen gegenüber intoleranten Vorschriften vorzugehen, habe sich der bfg 2007 entschlossen, an Karfreitag eine "Religionsfreie Zone" einzurichten, um ein Bußgeldverfahren zu provozieren. Dies sei die notwendige Voraussetzung, um als betroffene Organisation gegen die Feiertagsgesetzgebung zu klagen. Eine besondere Herausforderung sei gewesen, angesichts hunderter anderer illegaler Feiern auf sich aufmerksam zu machen. Dank der Empörung der katholischen Kirche (die Religionsfreie Zone käme einer "Aufforderung zum Rammeln" gleich) sei es gelungen, die Höchststrafe von 10.000 Euro bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften angedroht zu bekommen. Und tatsächlich folgte ein Bußgeldbescheid von 300 Euro. Damit habe sich der bfg durch die Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht geklagt, wo die Feststellungsklage bereits seit 2010 aus unerfindlichen Gründen ruhe.

Tammeleo gab abschließend zu bedenken, dass auch angesichts der zahlreichen übrigen Tage im Jahr, an denen kein Tanzverbot bestehe, solche religiös motivierten Vorschriften einen Weg für Forderungen anderer Religionsgemeinschaften vorzeichneten, ihrerseits eigene Feiertage gesetzlich schützen zu lassen. In Bayern gebe es sogar immer wieder Versuche, die restriktive Gesetzgebung noch weiter auszubauen.

"Give Peace A Chance" - 2

Tagungsbericht vom zweiten Tag der International Atheist Convention, 23. Mai 2015

von Carlos Zydorek und Jan Hedrich

Auch wenn der zweite Tag der Internationalen Atheistischen Convention "Give Peace A Chance" mit dem ersten Vortrag bereits um 9:15 Uhr begann, konnten sich die Veranstalter über einen gut gefüllten Theatersaal freuen. Neben Rolf Bergmeier, Carsten Frerk und Michael Schmidt-Salomon standen Claude Singer aus Frankreich, Morgan Elizabeth Romano aus der Türkei sowie Maryam Namazie aus dem Iran auf dem Programm.

Claude Singer

Claude Singer

Ob das Leitthema der Tagung "Give Peace A Chance" auch das Recht auf Befehlsverweigerung beinhalte, beleuchtete Claude Singer von der französischen Freidenkervereinigung "Fédération Nationale de la Libre Pensée", indem er das Schicksal der exekutierten Soldaten auf französischer Seite im ersten Weltkrieg aufzeigte.

Demnach seien im Verlauf des Krieges unzählige Deserteure "im Morgengrauen" zur Abschreckung erschossen worden. Diese Soldaten, die sich weigerten, sich am Horror des Krieges zu beteiligen und auf die Felder des Todes zurückzukehren, seien nie nachträglich begnadigt worden. Für eine kollektive Rehabilitation setzten sich die französischen Freidenker bereits seit den 80er Jahren ein. Ihre Forderung trügen sie mittlerweile jährlich am Volkstrauertag nach außen, um den vielen Opfern und ihren Hinterbliebenen zu gedenken. Dabei stießen sich bis heute oftmals auf großen Widerstand der offiziellen Stellen.

Warum ihre Kampagne der kollektiven Begnadigung eine logische Folge der freidenkerischen Aktivität sei, fasste Singer zum Schluss seines Vortrags zusammen. Denn Freidenker stünden für die absolute Gewissensfreiheit. Dies schließe das Recht eines jeden Menschen ein, "nein" zu sagen und sich gegen das Tragen einer Waffe zu entscheiden, sich nicht am Mord seiner Brüder zu beteiligen. Krieg bringe niemals einen Nutzen für die Menschheit, sondern nur für die wenigen Kriegstreibenden und ihre Machtgier und finanziellen Interessen. Daher hätten diese Machthaber Angst vor der Begnadigung, denn dies könnte einen Präzedenzfall schaffen für andere, dieser Möglichkeit zur Befehlsverweigerung zu folgen.

5 Jahre IBKA-Landesverband Niedersachsen-Bremen

Ein kleines Jubiläum im Mai 2015

Ingeborg Wirries

Die Einladung zur diesjährigen Mitgliederversammlung hatte einen besonderen Programmpunkt zu bieten: Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA) hat hier in Niedersachsen-Bremen einen Landesverband, der inzwischen seit fünf Jahren besteht – ein kleines Jubiläum!

Anders gesagt: Die Konfessionslosen und Atheisten in Niedersachsen und Bremen haben seit fünf Jahren beim IBKA einen Anknüpfungspunkt, einen Ansprechpartner.

Aus diesem Anlass hat der Vorstand seine Mitglieder am 9. Mai diesmal nach Lehrte eingeladen.